Mikrowelle

 

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Gefahrenherd Mikrowellenofen?

Als eine von vielen zweifelhaften Errungenschaften, die aus den Vereinigten Staaten nach Europa kamen, erfreuen sich die Mikrowellenherde seit über zehn Jahren zunehmender Beliebtheit. Industrie und Handel sorgen mit raffinierten Werbestrategien dafür, daß die meisten Verbraucher über die Vorteile des Gebrauchs von Mikrowellenherden inzwischen gut informiert sind: Verkürzung und Vereinfachung der Mahlzeitenzubereitung, Bequemlichkeit und verminderte Kosten für die Elektrizität dienen als Verkaufsargumente. Man scheut sich nicht einmal, Kindern in Supermärkten Eiscreme mit mikrowellenerhitzter Himbeersauce anzubieten. Sind diese Geräte wirklich sicher und ist die in ihnen zubereitete Nahrung wirklich unbedenklich?

 Mikrowellengeräte sind aus vielen modernen Küchen, insbesondere Großküchen, fast nicht mehr wegzudenken, und auch die Lebensmittelindustrie macht sich die "schnelle Welle" bereits seit den 60er Jahren zunutze. In manchen Arztpraxen werden die Patienten darüber informiert, daß Mikrowellennahrung keimarm und damit empfehlenswert sei, und die Schweizerische Krebsliga spricht sogar in einer Broschüre über Krebs und Ernährung von "schonenden Zubereitungsarten", bei denen sich "nur sehr wenige Mutagene entwickeln". Tatsächlich gibt es aber Forschungsergebnisse, die ganz andere Schlüsse nahelegen. Zunehmend mehr Verbraucher schöpfen den Verdacht, daß Mikrowellen alles andere als harmlos sind.

Funktionsprinzip
Das physikalische Prinzip, auf dem der Mikrowellenofen beruht, ist denkbar einfach: Kernstück des Ofens ist das sogenannte Magnetron, das ein Wechselstromfeld erzeugt. Die hochfrequente Umpolung in diesem elektromagnetischen Feld zwingt die Moleküle in den Lebensmitteln - besonders die Wasserdipole, aber auch Aminosäuren, Lipide und Proteine - dazu, sich ständig ihrer Ladung gemäß in diesem Feld auszurichten, d. h. sie schwingen bis zu 5 Milliarden Mal pro Sekunde hin- und her und erzeugen so Reibungshitze. Das Kochgut wird auf diese Weise von innen heraus erwärmt, während Kochgeschirr und Ofengehäuse, die keine Mikrowellen absorbieren, kalt bleiben. Dieser Erwärmungsvorgang steht in absolutem Gegensatz zur konventionellen Erhitzung von Lebensmitteln, bei welcher die Wärmeenergie an der Oberfläche eines Lebensmittels zugeführt und durch Wärmeleitung in das Innere des Produktes weitergeleitet wird.

Damit sich die verschiedenen Anwendungsbereiche dieser hochfrequenten Radarwellen nicht gegenseitig stören, wurde für die industrielle und medizinische Anwendung von Mikrowellen, Haushaltskochgeräte eingeschlossen, eine Frequenz von 2,45 GHz, entsprechend einer Wellenlänge von ca. 12 cm, festgelegt. Das Phänomen der Wärmeentwicklung durch Mikrowellenbestrahlung war bereits 1946 durch einen Zufall während eines Experiments mit einer Magnetfeldröhre entdeckt worden. Einem der beteiligten Forscher, Percy Spencer, fiel auf, daß ein Schokoladenriegel in der Jackentasche sich in eine klebrige Masse verwandelt hatte, obwohl Spencer selbst keinerlei Wärme verspürte. Man begann daraufhin, ein neues Küchengerät zu entwickeln, das sich diesen Effekt der Wärmeentwicklung zunutze machte, und 1952 bereits konnte ein auf Privathaushalte zugeschnittener, platzsparender Mikrowellenherd auf dem Markt angeboten werden - unter Lizenz der Raytheon-Company.

Grenzwerte und Leckstrahlung
Spätestens seit dem ersten Einsatz von Mikrowellen im letzten Weltkrieg weiß man im Westen von deren Schädlichkeit in bezug auf biologische Systeme. Russische Forscher hatten sogar schon in den 30er Jahren die Auswirkungen von Mikrowellenstrahlung geringer Leistungsdichte auf das Zentralnervensystem von Menschen und Tieren untersucht. Die daraus abgeleiteten äußerst strengen Sicherheitsnormen wurden von westlichen Fachkollegen jedoch nicht ernstgenommen und noch in den 60er Jahren um das Tausendfache überschritten.

Eine Untersuchung von Mikrowellenhaushaltsgeräten in Washington und zwei Bundesstaaten der USA hat Ende der 80er Jahre gezeigt, daß aus den Koch-, Auftau- und Grillgeräten auch bei geschlossener Türe bis zu einem Viertel mehr an Strahlungsintensität frei wird, als die von der Elektroindustrie übernommene Sicherheitsgrenze von 10 mW/cm2 vorschrieb. Bei einem Warentest mußten von 30 Mikrowellenöfen allein 24 als zu gefährlich ausgesondert werden. Die Leckstrahlungen dieser Geräte erreichten bis zu 20 mW/cm2.

Nach der Senatskomitee-Anhörung, in der dies zur Sprache kam, brach eine heftige Kontroverse zwischen Wissenschaft und Industrie über die Sicherheit des Kochens mit Mikrowellen aus. Sie dauert in den USA noch immer an. Der größte Hersteller von Mikrowellenanlagen, die Raytheon-Company, die auch Gewerbebetriebe und Kantinen mit großen Koch- und Trocknungseinrichtungen beliefert, beteuerte gegenüber dem Komitee, die Geräte der Firma seien mit Sicherheitsreserven versehen, und außerdem sei es "auf jeden Fall klar, daß Mikrowellen im Gegensatz zu Röntgenstrahlen keine kumulative Wirkung entfalten". Dagegen schrieb ein bekannter Universitätsprofessor an das Komitee:

"Wir haben einwandfrei bewiesen, daß Mikrowellen, die auf die Augen treffen, folgende schädliche Wirkung haben: mehrfache kurze Bestrahlungen, die einzeln nicht schmerzhaft sind und anfangs keine Folgen zeigen, führen bei häufiger Wiederholung zu einem dauernden Augenleiden. Also ist mit dieser nichtionisierenden Strahlung ein gefährlicher kumulativer Effekt verbunden." [1]

 Das gilt übrigens auch für die Mikrowellenherde im Haushalt. Ohne weiteres kann eine Hausfrau dadurch, daß sie Tag für Tag vor einem unsichtbaren Strahlenleck ihres Kochgeräts steht, einen Augenschaden erleiden, wenn der Ofen in Gesichtshöhe angebracht ist; sie könnte möglicherweise sogar erblinden. Diejenigen Bereiche des Organismus, die eine sehr geringe Durchblutung, d. h. Wärmeabfuhr, aufweisen, reagieren im allgemeinen am empfindlichsten auf Mikrowellen, da in diesen Bereichen der Temperaturanstieg größer ist als in gut durchbluteten. Hierzu gehört als kritischster Teil des Körpers die Augenlinse.

Damit während des Betriebs keine Mikrowellen austreten, setzt ein Verriegelungskontakt automatisch das Magnetron außer Betrieb, wenn die Gerätetüre geöffnet wird. In der Schweiz muß die Tür eine Lebensdauer von mindestens 100 000 Schließvorgängen unbeschadet überstehen. Jeder gängige Gerätetyp wird diesem Test unterzogen. Es gibt jedoch keine Garantie dafür, daß ein Gerät, vor allem wenn es älter ist, frei von Leckstrahlung arbeitet, und eine Möglichkeit zur Überprüfung hat der Benutzer nicht.

Das Schweizer Bundesamt für Gesundheitswesen äußerte sich 1992 zum Thema Leckstrahlung wie folgt: "Die aus technisch einwandfrei funktionierenden und sachgerecht angewendeten Mikrowellenhaushaltkochgeräten austretende Mikrowellenstrahlung (Leckstrahlung) stellt für den Menschen keine Gesundheitsgefährdung dar, auch nicht für besonders schutzbedürftige Personen, wie z. B. Schwangere oder Kleinkinder. Feuer und Gas stellen demgegenüber bedeutendere Gefahrenfaktoren dar." [2]

Thermische und nicht-thermische Wirkungen
Neben thermischen, d. h. wärmeverursachten Wirkungen ist auch mit athermischen Wirkungen von Mikrowellenstrahlung zu rechnen, also Wechselwirkungen zwischen Mikrowellenstrahlung und Strukturen in lebenden Organismen, die nicht durch die Reibungshitze bedingt sind. Während in der Sowjetunion auch nicht-thermische Wirkungen bei der Grenzwertfestsetzung berücksichtigt werden, betrachtet man in anderen Ländern, wie z. B. Deutschland, ausschließlich die thermischen Wirkungen. Im Vergleich zu anderen Ländern ist die Bundesrepublik führend, was die Freizügigkeit der Mikrowellenbelastung für die Bevölkerung angeht.

Von wissenschaftlicher Seite aus wird die Quantenenergie der Mikrowellenstrahlung als um einige Zehnerpotenzen geringer beschrieben als diejenige, welche zur Spaltung chemischer Bindungen und zur Einleitung chemischer Reaktionen benötigt wird, so daß man davon ausgeht, daß keine strahlenchemischen Effekte in Nahrungsmitteln nachweisbar sein können. Proteine, Fettsäuren, Vitamine u. a. werden wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge größtenteils chemisch nicht verändert. Trotzdem werden durch die hochfrequente Umpolung Molekülstrukturen verformt, ja sogar die Zellwände im Gargut zerstört. In histologischen Untersuchungen wurde dies beim Mikrowellengaren von Karotten und Brokkoli festgestellt. Im Vergleich dazu blieben beim konventionellen Garen die Zellstrukturen intakt.[3] Sogar die Entstehung unbekannter, mikrowellenbedingter Substanzen ist denkbar. Die Zellen des Gargutes werden durch die mikrowellenerzeugten elektrischen Umpolungen destruktiv polarisiert. Dabei können freie Radikale entstehen. Alle Radikale haben eine besondere chemische Reaktionsfreudigkeit und gehen leicht zellfremde und zellfunktionsstörende Verbindungen ein. Sie können durch ihre Wechselwirkung mit Enzymen auch Fehlsteuerungen biologischer Prozesse bewirken.

Zudem wird durch Induktion das Kochgut selbst zum Träger und zur Sekundärquelle dieser technisch erzeugten Strahlung. Anhand der Leuchtkraft lumineszierender Bakterien konnte ein signifikanter Zusammenhang zwischen der Aufnahme technischer Mikrowellenenergie aus bestrahlten Nahrungsmitteln und der anschließend im Blutserum von Probanden gemessenen Leuchtkraft festgestellt werden. Die Lumineszenz der Bakterien in Kontakt mit dem Serum von Probanden, die im Mikrowellenofen aufbereitete Nahrung aufgenommen hatten, war signifikant höher als jene in Kontakt mit Seren von Probanden nach Aufnahme der konventionell bzw. roh zubereiteten Nahrungsmittel. Daraus leiteten die Autoren eine induktive Weitergabe dieser technisch erzeugten Energie über die Nahrung auf den Menschen ab [4,5].

In einem Bericht des Instituts für Strahlenhygiene des Deutschen Bundesgesundheitsamtes (BGA) von 1980, bei dem 16 Arbeiten vergleichend ausgewertet wurden, werden folgende Wirkungen von Mikrowellenstrahlungen thermischer und nicht- thermischer Art beschrieben [6]:

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