Hawaii

 

Als ich entsprechend eines Traumes im Sommer 2004 wieder ein Buch schreiben sollte, war mein erster Gedanke natürlich: Canada. Doch auf unerklärliche Weise konnte ich damals keinen Platz auf jener Insel finden, auf der ich sonst immer zum Bücherschreiben weilte. – Ich begann mich darauf einzustellen, dieses Buch eben woanders zu schreiben. Und es kam mir Thailand in den Sinn.

Da hatte ich einen Traum: Ich sah eine riesige Flut auf ein Land zukommen … und hörte „Geh nach Hawaii“, was ich dann auch tat!

Ich war dann ca. 2 Monate auf Maui, dem Mutterplatz dieser acht Hawaii-Inseln. Es war für mich eine Welt, in der eine Zukunft schwingt, die wir aus der Vergangenheit noch in unserer Erinnerung tragen (mehr dazu im Band 2 meiner Trilogie)

 

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November 2004

Hawaii-Bericht 1

Aloha, aus Hawaii !

Zwei Tage habe ich nun schon auf diesen Inseln hier verbracht – bei strömendem Regen, wobei es aber dennoch subtropisch schwül ist. Man sagt mir, das sei ein ganz ungewöhnliches Wetter für Hawaii, aber das kenne ich auch schon von Canada, wo es geheissen hat: normalerweise liegt hier kein Schnee. Ja, und dann lag er eben – für 3 Wochen oder länger.

Der Flug herüber war auch ziemlich spannend. Boarding time für den Abflug mit British Airways um 7:35 von Wien war um 7:00 beendet. Wir warteten bis 8:30. Dann mußten wir die Maschine wieder verlassen, weil eine größere Reparatur notwendig war. Im Cockpit fehlte der Sauerstoff. Nebenbemerkung: die Maschine hatten den Namen G-Bush, und es war der 3.November, Wahlnacht in den USA. Vielleicht war da irgendetwas Symbolisches dabei?

Der Anschluß in London war damit schon fast verpasst. Aber Dank einer sehr guten Organisation und meiner guten Kondition schaffte ich es doch. Ähnlich dann in Los Angeles. Aber alles ging gut, und so bin ich dann nach gut 30 Stunden Unterwegs-Sein – zwar ohne Gepäck, aber doch ohne grössere Verspätung – in Honolulu angekommen.

Seither bin ich in Tuchfühlung mit dem typisch „American Way of Life“: Klimaanlage in jedem Flugzeug und Bus, heruntergekühlt bis auf 15 Grad – auch wenn alle völlig durchnässt sind, beim Aussteigen dann wieder tropische Wärme. .. Eiswürfel bis an den Rand in Gläser oder Becher eingefüllt … und unendlich viele, sehr sehr fette Menschen. Aber bei den Portionen, die hier ausgegeben werden, habe ich mich nicht mehr darüber gewundert. Bei uns werden davon mindestens 3 Personen satt.

Generell scheint Hawaii fest in asiatischer Hand zu sein. Besonders die Japaner treiben hier die Preise in astronomische Höhen. Aber auch das Hawaiianische ist sehr präsent, besonders was die Sprache betrifft: viele Bezeichnungen und Busansagen sind Hawaiianisch, einer Sprache, welche nur aus 7 Konsonanten besteht und ansonsten sehr viele Mitlaute hat: Da können durchaus drei A hintereinander kommen, wie Maaaka – und alle A werden extra betont. Das klingt sehr rund und melodisch, auch wenn für mich dann oft alles sehr ähnlich oder gleich erscheint.

Ich bin jetzt noch bis Montag hier in Waikiki, einer ausgeprochen hässlichen Touristenstadt, um dann zur Nachbarinsel Maui weiter zu fliegen. Ich hoffe, dass es dort auch für mich ein wenig ruhiger wird. Ein paar Fotos habe ich schon gemacht – gestern in einem Zentrum für Polynesische Kultur, wo alle Urkulturen dieser polynesischen Völker (Hawaii, Tonga, Fiji, Tahiti, Samoa, Neuseeland, Marquesas) auf recht interessante Weise vorgestellt wurden.

  

Das war’s für diesmal. Liebe Grüsse an euch alle

Magda

 

PS: Die Kommentare hier zu den Wahlen: normalerweise spricht niemand darüber, aber ich habe schon viele Menschen kennengelernt, die ehrlich froh sind, über die Wiederwahl von Bush, denn: „dann hat mein Vater, Mann, Bruder … einen festen Arbeitsplatz bei der Navy und wir können in den abgesicherten Militärreservaten leben“. So z.B. einige Philipinos und andere Asiaten, die hier eingewandert sind. Die Militärreservate sind total abgesperrte und überwachte Zonen mit Wohnhäusern und einer städtischen Infrastruktur in der Nähe von Pearl Harbour.

 

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Hawaii-Bericht 2

Aloha aus Maui, auch Mutter- oder Erd-Insel genannt

Als ich den letzten Bericht verschickt und den Computer wieder verlassen hatte, war es draussen strahlend blau. Und so bin ich auf den Krater „Diamond Head“ hinaufgewandert, in sengender Hitze zwar, aber endlich wieder draussen aus der Stadt. Am Abend dann ein kurzes Stündchen auf dem mittlerweile sehr ruhig gewordenen berühmten Waikiki-Beach, bis es erneut wieder zu schütten begann …


Ein Blick auf Waikiki (im Vordergrund) und Honolulu (die beiden Städte sind zusammen gewachsen) vom Krater „Diamond Head“ aus gesehen

… bis in die Morgenstunden. Der Gang zum Geschäft war dann mehr ein Waten durch angestaute kleine Seen.

Ab Mittag zeigte sich dann wieder die Sonne für ein paar Stunden, und so habe ich mich erneut aufgemacht zu einer Wanderung an der Ostküste, wo es dann einen wunderschönen Ausblick auf auf das Meer und die nahe Insel Molokai gab.

Am nächsten Tag (Tag 5 hier) ging es dann endlich weiter – mit dem Flugzeug nach Maui, die zweitgrösste Insel von Hawaii. Und augenblicklich war alles anders, viel ruhiger und magischer. Das betrifft aber auch die Suche nach einem Auto, was für 2 Tage fast unmöglich erschienen ist. Doch jetzt bin ich eine ganze Woche lang glückliche „Besitzerin“ eines kleinen Autos, und da kommt alles gleich viel näher.


Krater vom Flugzeug aus, unterwegs Richtung Maui

Natürlich kann man auch zu Fuß gehen, aber das kann hier ziemlich endlos werden. Als ich meine Planung im Bezug auf meinen „endgültigen“ Aufenthaltsort für die nächsten Monate beendet hatte, wollte ich unbedingt hinaus, um in Tuchfühlung mit dieser Insel zu kommen. Ich wollte nicht entlang der Strasse gehen, und so fragte ich eine Frau von hier, ob ich diesen Weg nehmen könnte. „Ja“, sagte sie, „du kannst bestimmt über den kleinen Fluss hinaufgehen“ – und der schaute ja wirklich ziemlich flach aus, alles betoniert und reguliert. Also bin ich losgegangen. Ein sandiger Weg, flach, weich, gut zu gehen …

Dann machte mich jemand darauf aufmerksam, dass ich hier nur im Flussbett gehen dürfe, da hier alles „Privatbesitz“ sei. Auch recht, dachte ich … aber schon bald begann es felsig, steinig, rutschig zu werden … die Steine immer größer … das Wasserrinsal wurde bald zum richtigen kleinen Fluß – ja, und so ging es dahin, zwei Stunden und ungefähr 3 km lang, und ich habe mir geschworen, dass ich das nur einmal tue. Aber: ich bin dadurch sicher auf eine besondere Weise hier mit dem Land – der AINA – in Kontakt gekommen, und mit Maui, dem „Hawaiian Soupa-Man“, wie es in einem berühmten Song von hier heißt: Maui, der Gott und Held von Hawaii, welcher laut Mythologie die Inseln aus dem Meer gehoben und die Sonne festgehalten hat, weil sie zu schnell über den Horizont wanderte.


Ein Blick hinaus auf die Küste vom Ausblickspunkt Makapu’u

Zwischendurch nahm ich ein kühlendes Bad im Fluß, hörte auf die Vögel und das tosende Wasser, und immer dann, wenn ich um eine Kurve ging, sah ich ein neues Stück Unendlichkeit vor mir. Und auch ein solcher Weg hat irgendwann einmal sein Ende. Dann ging es noch ca. einen Kilometer hinauf zur berühmten „Needle“, einem Felsen, der wie eine Nadel aus dem vulkanischen Gebirge herausragt. Überhaupt sehen die Berge hier aus, als wäre die Lava nach einem heftigen Vulkanausbruch soeben erstarrt und schnell bedeckt worden mit einem mystischen hellen Grün, in Talnähe ein prächtiger Regenwald.


Blick auf „The Needle“ im Iao-Valley auf Maui, nahe Wailuku – es ist ein uralter schamanischer Kraftplatz hier

Oben angekommen habe ich schneller als ich gedacht habe, wieder den Touristenpfad verlassen können und unten am Bach einen ruhigen Rastplatz gefunden. Und dort habe ich dann eine Naturheil-Ärztin getroffen, die mich umgehend mit allen wichtigen Informationen versorgt hat, die ich genau in diesem Augenblick gut brauchen konnte. Besonders hat sie mir bestätigt, dass die Wahl meines weiteren Aufenthaltortes (in Hana, Ostmaui) die allerbeste sei, weil es dort noch um vieles ruhiger ist.


… endlich die berühmten Palmen

Am Abend habe ich mit ihr dann einen buddhistischen Tempel besucht, wo der Lama (rechte Hand des Dalai Lama) eine Meditation hielt.

Wenn ich dieses email absende, bin ich vermutlich schon Richtung Hana unterwegs, vorbei am grossen Vulkan Haleakala (dort werde ich mich am Sonntag oben mit einigen Kahunas (Hawaii-Schamanen) zu einer Zeremonie treffen.

Ich hoffe, dass ich die Internet-Verbindung einigermaßen aufrecht erhalten kann. Bis zum nächsten Mal, liebe Grüsse & Aloha

 

Magda

 

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Hawaii-Bericht 3

Aloha aus Hana, dem östlichsten Ort hier auf Maui

Bevor ich letzte Woche Wailuku verlassen habe, bin ich noch einmal in das Iao-Valley mit dem „Needle“-Berg hinaufgefahren – um 6 Uhr früh zum Sonnenaufgang. Da war nur absolute Ruhe beim Hineinwandern und ein Sternenhimmel, der sich allmählich lichtete.

Dann ging es los, die weite Fahrt hinüber in den Osten der Insel. Es sind zwar nur 90 km am Fuß des Vulkans entlang , aber es ist eine äußerst kurvenreiche, teilweise sehr enge und seitlich ungesicherte Strasse mit 65 kleinen, zum großen Teil einspurigen Brücken. Und wenn es regnet, dann kommt es schnell zu Überflutungen, und heruntergefallene Felsbrocken, Bäume und Vermurrungen blockieren dann die Strassen. Die Bäche, die von den Bergen herunterkommen, werden im Nu zu tosenden Wasserfällen und Sturzbächen. Aber es ist dies die „schönste Küstenstrasse der Welt“ – sagt man.

Jedenfalls habe ich mein Auto genossen, besonders die Wohltat von einer Automatic-Schaltung und Klimaanlage – und es war wie ein sanftes Hineingleiten in das Land, begleitet von schöner Hawaii-Musik. Ein Auto zu mieten war für mich hier absolut unumgänglich, da es auf Maui keinerlei öffentliche Verkehrsmittel gibt


mein kleines rotes Auto – was mir besonders gefällt, sind die schönen Nummerntafeln mit dem Regenbogen hier, wo drauf steht: Hawaii – Aloha State = Hawaii – Staat der Liebe

Hana habe ich dann in Windeseile „erobert“, denn es hat nur ganz 15 Minuten gedauert, bis ich über einen kleinen Zettel, der bei einem Geschäft auf eine Pinwand gesteckt war, eine Unterkunft gefunden habe – nämlich ein gemütliches Zimmer mit Bambusbett, Rattanmöbel und Geckos am Abend am Fenster. Es ist im Haus einer Familie mit einem 10 Monate alten Mädchen namens MAYA (ob das ein Zufall ist?

Am Nachmittag bin ich dann zum ersten Mal seit ich hier bin am Strand (Koki-Beach) gewesen. Denn bisher bin ich allen Touristenstrände ziemlich aus dem Weg gegangen. Es war traumhaft.

Dann habe ich mein Auto in der einen Woche, in der ich es zur Verfügung hatte, genützt und bin zu verschiedenen Plätzen gefahren, wie z.B. zu den Sieben Becken (Seven Pools) im Kipahulu-Nationalpark und zu den Waimoku-Wasserfällen. Das alles liegt noch weiter südlich von Hana. Es war eine traumhafter Wanderung ca. eine Stunde hinauf durch einen langen mystischen Bambuswald, dessen Stangen durch den Wind wie in einem Trommelwirbel teilweise gegeneinander geschlagen haben. Entlang des Weges lagen immer wieder jede Menge von Guaven, eine gelbe zitronengrosse Frucht mit rosa Fruchtfleisch … und sooo gut !!! Zum Glück wissen nur ganz wenige, dass man diese Früchte essen kann, und so bin voll auf meine Rechnung gekommen.


Bambuswald

Das Wasser in den  Seven Pools war wirklich gut warm für mich, aber andere meinten es sei wirklich kalt. Vielleicht war das deshalb, weil mein Teich zu Hause doch um einige Grad kühler war.


Waimoku-Wasserfall

Auffallend ist auf Maui, dass das Wasser (auf Hawaiianisch: Wai) überall gegenwärtig ist, ebenso das Feuer durch die Vulkane und die Hitze. Viele Ortsnamen stehen mit Wasser in Verbindung (die meisten Bedeutungen kenne ich bisher noch nicht:

Der ständige  Regen, der seit ein paar Tagen fällt, ist eine richtige Wohltat – und damit hat auch der „Winter“ hier begonnen. Das Meer ist tosend und wild. Und trotz „Winter“ ist es enorm warm und schwül.

Am letzten Wochenende war ich dann oben ab Vulkan Haleákala. Das waren ungefähr 55 km hinauf vom Meeresspiegel auf 3055m Höhe, dann der Blick hinein in den Krater, später auch eine kleine Wanderung hinein in die „Mondlandschaft“ dieses riesigen Vulkanes. Es war, als wäre ich hier in eine völlig andere Welt eingetaucht. Und das ist es auch, denn das Magnetfeld ist hier so stark, dass sogar der CD-Player im Auto streckenweise verrrückt gespielt hat.


Blick in den Haleakala-Krater (ähnlich einer Mondlandschaft)

Bei meiner Rückkehr aus dem Krater habe ich dann bemerkt, dass ich meinen Schlüssel im Kofferraum des Autos eingesperrt haben. Well, habe ich gedacht, was mache ich nun? Ich bin dann direkt auf eine kleine Gruppe von vier Leuten zugesteuert. Die haben sofort reagiert, und haben die Ranger – das ist die Kontrolleinheit der Naturschutzgebiete hier – angerufen, die dann auch relativ schnell gekommen sind. Inzwischen war der Sonnenuntergang schon vorbei, und es war dunkel und kalt geworden. Innerhalb von wenigen Minuten war dann das Auto geöffnet, und das alles völlig kostenlos. Die beiden Ranger waren ziemlich witzig, und wir haben viel mit ihnen gelacht. Und sie sagten, dass es ein grosser Zufall sei, dass sie in diesem Gebiet sind, denn normalerweise kommen sie nur ca. alle 100 Tage hierher.

Die vier Leute (eine davon auch eine bekannte Heilerin von Maui) haben mich dann ein paar Tage später zum Abendessen eingeladen, als sie nach Hana gekommen sind, um hier zu urlauben. Das war ziemlich spannend.

Ich bin dann am selben Abend ein Stück weiter den Vulkan hinunter gefahren und habe dann am Hosmer Grove Camp Ground auf ca. 2000 m Höhe  übernachtet. Ich hatte zwar ein Zelt mit, aber da es schon spät war, habe ich einfach im Auto geschlafen. Ich hatte sowieso vor, ganz früh am Morgen wieder hinauf zu fahren, um dort den Sonnenaufgang mit zu erleben.


Sonnenaufgang am Krater

Und das habe ich dann auch getan: es war 4 Uhr 30, und einige Autos waren bereits unterwegs hinauf. Es war in Hosmer Grove noch nebelig, während es weiter oben dann sternenklar war. Nach 45 Minuten war ich oben, und es war stockfinster und ruhig. Wir waren nur ein paar wenige, die so früh da waren. Aber das hat sich dann rapide geändert. Dann ab 6 Uhr 15, als der Morgen schon graute und wir bereits einige Kälteerscheinungen hatten, sind dann Busse voll mit Menschen heraufgekarrt worden, die dann aber nur eine viertel Stunde Zeit hatten, um das Schauspiel zu sehen. Und als dann wegen der Wolkenschicht unten die Sonne ein wenig später herauskam, mussten sie schon längst wieder in ihren Bussen sitzen und hinunter fahren. Das war ein Schauspiel für sich.

Meine Finger waren wie gefroren und noch eine Stunde später taub, als ich bereits auf dem Weg nach unten war. Was ich da erlebt habe, war auch sehr spannend: es werden hier „Den-Vulkan-hinunter-Radeln“-Abenteuertouren angeboten. Und da sind Gruppenweise die Leute unterwegs gewesen in ihren gelben oder blauen Anzügen mit riesen Helmen und teilweise schlechten Fahrrädern, mit Führer voran und Begleitauto, jede 2. Kurve ein Stopp und irgendwie hat es langweilig ausgesehen, aber was tut man nicht alles für viel Geld hier. Es gibt noch eine Attraktion oben am Vulkan, nämlich mit dem Pferd in den Krater hinein reiten. Auch eine Möglichkeit …

Unten angekommen hat es dann wie aus allen Fässern geschüttet. Ich habe mich mit der Naturärztin – von der ich euch schon berichtet habe – getroffen, und wir sind weiter hinten, im Poli Poli State Park wieder auf 1000m Höhe auf den Vulkan hinaufgefahren. Dort war ich dann eingeladen zu einer Schwitzhütte mit ca. 20 Leuten. Diejenigen, die mit mir schon eine Schwitzhütte gemacht haben, wissen wie heiss es in der vierten und letzten Runde werden kann – aber ich kann euch nur sagen: was ich hier erlebt habe, geht noch weit darüber hinaus. Bereits in der ersten Runde war es um ein Mehrfaches heisser, als bei mir in der letzten Runde, und in der zweiten Runde hatte ich das Gefühl, dass das kaum mehr zum Überbieten sei. 40 heisse Steine waren es bis zum Schluss – und das in einem Gebiet, wo es sowieso ständig warm ist. Und jeder meinte, dass es normalerweise nie so lange dauert (mehr als 4 Stunden), und dass es sonst nie so heiss sei. War echt spannend für mich.

Die ganze Prozedur hat sich so lange hingezogen, dass es dann schon späte Nacht war. Zudem hat es heftig geschüttet und gestürmt. Ich habe dann in Wailuku übernachtet und bin erst am nächsten Morgen wieder die 90 km hinüber nach Hana gefahren.

Was gibt es sonst noch Spannendes hier:


Das war der Startpunkt zur 55 km-Fahrt mit dem neuen Fahrrad

Nun, und gestern war es dann so weit, und ich musste das Auto wieder zurück bringen. Da war dann schon ein bisschen Wehmut dabei. Und seither bin ich – ihr werdet es kaum glauben – mit einem Fahrrad unterwegs. Die sind billig hier, allerdings leider ohne Windantrieb! Ich habe mich dann aufgemacht, und bin ca. 55 km hinauf und hinunter geradelt, teilweise bei strömenden Regen – und schließlich ein großer Doppel-Regenbogen. Die letzten Meilen hat mich dann jemand mit einem Pick-up hinten auf der Ladefläche mitgenommen. Das war die Strecke, wo es dann ganz steil geworden ist. Da war ich dann sehr dankbar, weil ich gemerkt habe, dass meine Kondition von den vielen Autokilometern in Österreich nicht gerade gewonnen hat. Zudem der harte Sattel …


und das ist der Doppel-Regenbogen – so nahe, wie ich ihn bisher noch nie gesehen habe

 

Ansonsten: der Entwurf für mein nächstes Buch ist fertig !!!

Vonwegen Urlaub hier – ich bin fleissig am Arbeiten, was mir jetzt umso leichter fallen wird, wenn es oft regnet.

Gut, das war’s für heute, jetzt habt ihr für einige Zeit was zum Lesen – aber der nächste Bericht kommt bestimmt.

Liebe Grüsse & ALOHA

Magda

 

PS: Alice im Wunderland heisst hier: Alice im Hulaland; Hula, bei uns bekannt als touristische Attraktion ist ein heiliger Tanz, der bis in die 70er-Jahre nicht in der Öffentlichkeit aufgeführt worden ist

 

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Hawaii-Bericht 4

Aloha aus Hana

Nun ist wieder einige Zeit vergangen, und da – wie ich höre – der Winter bereits bei euch eingekehrt ist, denke ich, dass ein Bericht aus dem warmen Hawaii vielleicht ganz gut tun könnte.

Es ist nun ruhiger geworden hier für mich, zumindest nach außen hin. Ich mache weniger abenteuerliche Ausflüge, dennoch tut sich immer wieder einiges. Die Regenfälle sind seit einer Woche eher selten geworden, und wenn dann tun sie sehr sehr gut – denn es ist die meiste Zeit unwahrscheinlich schwül hier. Manchmal habe ich das Gefühl, dass sich alle meine Poren in kleine Wasserfälle verwandelt haben.

Heute ist Vollmond und das Meer glänzt und strahlt. Einfach traumhaft. In den  letzten Tagen war immer wieder ein Orkan vorausgesagt. Aber er ist irgendwie an uns vorbeigezogen, hat jedoch ein sehr „fremdartiges“ Wetter hinterlassen, ähnlich dem Gefühl wie bei starkem Föhn. Das macht viele Leute momentan krank (besonders die Kinder husten überall) oder grazy, wie man so schön sagt.

Oft wandere ich hinunter zum Red Sandy Beach (einem roten Sandstrand inmitten einer ganz andersartigen Landschaft), schreibe dort an meinem Buch und schaue hinüber auf die beiden riesigen Vulkane von Big Island, die Hauptinsel Hawaii (auch sie wäre natürlich schön zu besuchen, aber es ist hier alles etwas teurer als im Rest der USA). Das türkis- bis dunkelblaue Meer schlägt hier oft wild brandend gegen die Küste, und ich habe dabei das Gefühl, dass ich von diesem Rhythmus hinweg getragen werde. Ein ständiges Rauschen sowie eine mächtige Bewegung liegen hier in der Luft, und das ist ein ganz anderes Erlebnis als eine ruhige Gegend irgendwo an einem See.


Roter Sand Strand in Hana

Viele von euch rätseln schon, was wohl der Inhalt meines nächsten (siebten !) Buches sein wird. Im Großen und Ganzen handelt es sich dabei um die Reise, die ich gemacht habe, als ich das letzte Mal in Canada war – die lange Schiffsreise hinauf auf die Queen Charlotte Islands, knapp vor Alaska. Für mich war es alles andere als eine ganz normale Reise, vielmehr war sie wie eine einzige grosse schamanische Erfahrung … und davon werde ich erzählen.

Nun, und wie ist es weiter gegangen, seit ich das letzte Mal berichtet habe? Zur Erholung von den Strapazen der langen Radl-Tour habe ich von der Nachbarin, einer Hawaiianerin, eine Lomi-Lomi-Massage bekommen, das ist eine alte Massage-Technik von hier, in der jetzt immer mehr Menschen ausgebildet werden. Da sie auch gerade in Ausbildung steht, wollte sie wissen, wie sich so eine Massage für mich als Profi anfühlt. Und es war wirklich gut, ähnlich wie eine Shiatsu-Massage.

Als Ausgleich dafür habe ich ihr dann versprochen, mich um Tutu zu kümmern, das ist die Großmutter (ihre Schwiegermutter eigentlich), aber die alten Frauen werden hier alle liebevoll Tutu genannt. Sie hatte eine Knieoperation und konnte sich seither nicht mehr davon erholen, geht auf Krücken mehr oder weniger aufrecht. Ja, und seither mache ich viele Behandlungen hier, vor allem natürlich mit Tutu – und irgendwie scheint sich das herum zu sprechen. Tutu geht seit der dritten Behandlung teilweise ohne Krücken (kichernd sagt sie immer wieder: „Weißt du, ich vergesse einfach darauf“) und vor allem aufrecht. Einmal war sie übermütig, indem sie mir ganz einfach zeigte, wie man Hula tanzt.


Sonnenaufgang in Hana von einem Hügel mit einem Gedenkkreuz aus gesehen

Die Tutus sind hier zumeist jene, die auf die Erziehung der Enkel achten, und da gibt es meist keinen Pardon. Wenn Tutu spricht, dann hat das einen besonderen Stellenwert. Diese Tutu, mit Namen Daisy, lebt im Haus ihres Sohnes mit sieben Enkelkindern, dabei ein Zwilling, das jüngste Kind 11 Monate alt. Sie weiß einiges über die alte Heilkunst, besonders für den Hausgebrauch, und da kann ich einiges lernen. Wir haben sehr viel Spaß miteinander, denn sie hat einen ausgesprochen guten Humor.

Am 25.November war in den USA ein Feiertag, nämlich „Thanksgiving“ –  (vor allem ein großer Familienfeiertag, alle sind hier draußen im Garten und haben ein grosses Fest), und da haben sie mich zum Essen eingeladen mit Truthahn und allem, was dazu gehört (Suppe, Huhn, Ham, Reis, Brotfrüchte, Taro, Pumpkin-Pie, …). Die Truthähne aller hier in der Siedlung (ich glaube, es waren insgesamt 10) wurden in einem Erdloch vergraben auf heißen Steinen gebraten, dazu auch einiges Gemüse. Die Steine werden schon während der Nacht erhitzt, und es muß ständig jemand darüber Wache halten. Das ist Männersache, und die Frauen kochen ab dem frühen Morgen wie wild für den Rest des großen Buffets. Zu Mittag ist dann alles fertig, und das Fest kann beginnen.

Tutu Daisy erzählt mir immer wieder interessante Dinge vom Leben hier auf der Insel. Sie ist nun fast 75 Jahre und hat ihre ersten 30 Jahre einfach in Hawaii gelebt, einem winzigen Inselreich weit draussen im grossen Ozean. Bis es dann 1959 von den USA einverleibt wurde, und dieses Einverleiben dauere bis in die Gegenwart an, meint sie. Man kauft das Land hier einfach auf, und sie selber können es sich bald nicht mehr leisten. Viel Unruhe sei über das Land gebracht worden, kein Liebe zum Land und zu den Menschen hier … sie sagt das ohne Bitterkeit, aber mit einer gewissen Traurigkeit in ihrer Stimme. „Wir sind entwurzelt worden, man hat uns verboten, unsere eigene Sprache zu sprechen und unseren Traditionen zu folgen, und sie kommen und nehmen sich alles von uns“, meint sie. Dann stockt sie, ein Lächeln kommt auf ihre Lippen, und sie sagt: „Aber wir lieben Hawaii und wir sind Hawaii. Es ist viel wichtiger, was wir im Herzen haben – und das ist Aloha“. Und dann kommt wieder ihr typisches, mitreissendes Lachen.

Es ist auch so, dass viele junge Hawaiianer (seit den 60er Jahren) unter äusserst schlechten Umständen aufgewachsen sind. Sie haben jahrelang kein einziges Stück Obst oder Gemüse gesehen, dafür aber jede Menge Junk-Food wie Burger, Pommes und Coca Cola – dazu Alkohol und alle Arten von Suchtmitteln, und es habe in den Familien sehr viel Gewalt gegeben und gibt es immer noch. Das Essen aus der Kindheit mögen sie natürlich auch heute noch gerne, aber jetzt wissen sie zumindest, dass sie ab und zu auch etwas anderes essen sollten. Zudem werden sie sich wieder mehr ihrer Herkunft, ihrer Traditionen und ihrer Sprache bewußt, und sie sind einigermassen stolz darauf.

Viele Menschen hier sind auch sehr stolz darauf, dass Hawaii Kerry und nicht Bush gewählt hat. Und gleichzeitig sind sie ratlos darüber, was nun die Bush-2-Periode für sie bedeuten wird. Denn schon in den letzten vier Jahren haben sie massive Einschränkungen erlebt, wie Hawaiianer sie sich einfach nicht vorstellen konnten, besonders wenn es um Steuern, Polizeikontrollen, Abwicklung des Flugverkehrs, usw. geht.

Als ich letzte Woche von meiner ersten langen Radtour zurückgekommen bin, habe ich noch nicht gewußt, dass das Fahrrad einen Produktionsfehler hat, der nicht reparierbar ist. Ich habe zwar gemerkt, dass die Gänge immer wieder herausspringen und einmal sogar auch die Kette, habe mir aber gedacht, dass ich sie nur einmal richtig einstellen müsste. Das war aber dann nicht so, und deshalb bin ich dann am Tag vor dem Feiertag zurückgefahren in die Stadt. Tutu hat dafür gesorgt, dass ich mit einem Bus mitfahren kann, in dem jeden Mittwoch die Kupunas (das sind die Ältesten, manchmal auch die Weisen genannt) hinüber gefahren werden nach Kahului, sozusagen in die Stadt. Es war spannend ihnen zuzuhören auf der mehr als zweistündigen Fahrt. Ich habe dann das Fahrrad umgetauscht und wollte umgehend wieder zurück fahren. Doch es sollte anders kommen.

Zu Mittag habe ich dann die Naturheilärztin getroffen, und sie meinte, es wäre gut, wenn wir uns mit ihren Kollegen treffen könnten, um über einige schwierige Fälle zu sprechen. Gesagt – getan. Und das hat dann so geendet, dass ich schließlich mit ihnen im Krankenhaus direkt mit Patienten gearbeitet habe. Das war für mich spannend, und für sie natürlich auch.

Als Ausgleich dazu sind wir dann wieder in das berühmte Iao-Valley hinaufgefahren. Dort war es endlich kühl, denn über der Stadt lag den ganzen Tage eine brütende Hitze, und so habe ich lange Zeit meine Füsse in den kühlenden Fluss hineingehalten. Dabei habe ich stolz meine erste Kokosnuß geknackt. Noch am Vortag habe ich mir gewünscht, irgendwann einmal eine zu finden und den Saft davon trinken zu können. Und dann war sie einfach da heute, mitten auf dem Weg.

Die Rückfahrt nach Hana am Feiertag war dann auch ziemlich aufregend, denn ich wollte diesmal auf keinen Fall zu weit radeln. Mein Rucksack war vollgepackt mit Lebensmitteln, es war unendlich heiß und zudem war ich zu müde. Und da war dann immer wieder die Frage: Wird mich jemand mitnehmen? Nach ca. 20 Minuten war es dann soweit, und ich konnte wieder hinten auf der Ladefläche mit Sack und Pack mitfahren. Das brachte mich schon ein ganzes Stück weiter. Dann bin ich einige Meilen selbst geradelt, weil es gerade bergab ging. Lange Wartezeit dazwischen … und dann wieder ein Pickup. Das war dann etwas abenteuerlich, was mich später aber nicht mehr sosehr gewundert hat, als ich gerochen habe, dass die beiden vorne während der Fahrt einfach Marihuna rauchen. Die letzten 4 Meilen bin ich dann wieder selbst geradelt. Und dann ging es weiter mit der Thanksgiving-Party bei Tutu und ihrer Familie.


Haus, in dem ich zurzeit wohne

Was tut sich sonst noch hier?

Gut, das war’s für heute. Bei euch fängt jetzt bald der Advent an, oder? Ich wünsche euch eine ruhige Zeit, vielleicht ein kleiner Winterschlaf zwischendurch …. und ihr werdet dann wieder einmal von mir hören.

Aloha !

Magda

 

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Hawaii-Bericht 5

Aloha aus Nahiku / Hana

Ich glaube, ich sollte wohl nicht mehr zuviel über das Wetter schreiben. Seit ich im letzten email berichtet habe von den schönen Tagen am Strand, hat sich alles um 180 Grad gewendet, und es ist wirklich Winter geworden hier: viele heftige Stürme, Regenfälle und flashfloods (das sind flutende Flüsse, die wie aus dem Nichts plötzlich von den Bergen herunterkommen und den kleinen Bach in einen reissenden Fluss verwandeln). Dazwischen war’s dann auch wieder recht schwül.


Surfer an der Westküste – allerdings aus sehr weiter Entfernung

Das Stürmische war auch sonst auf vielen Ebenen zu spüren. Die Situation im Haus, wie ich schon letztes Mal angedeutet habe, ist dann völlig eskaliert … und staunend bin ich vor der Tatsache gestanden, dass auch dieser Mann schwer drogenabhängig war – jetzt zwar nicht mehr – und dass er davon ziemlich geschädigt ist. Seine Frau war Alkoholikerin bis vor einem Jahr. Da habe ich dann erst so richtig mitbekommen, wie weit verbreitet dieses Thema hier ist. Schätzungsweise sind 80 – 90% aller Hawaiianer (ob vom Festland oder Einheimische) drogen- oder alkoholabhängig (oder sind es zumindest einmal gewesen). Es ist besonders ein Problem der einheimischen Bevölkerung, deren Leben durch die Übergriffe der Weissen in seinen Grundfesten zerstört worden ist. Die jetzigen Jugendlichen hier kommen von einer Eltern- und Grosselterngeneration, die schwer abhängig ist oder war. Und es gibt erst ganz wenige Drogenbeauftragte, die mit ihnen an diesem Thema arbeiten (vielleicht 10 auf Maui).

Auch die Familie von Tutu ist davon betroffen. Hier habe ich allerdings zuerst eine Korrektur zu machen: Tutu ist die Urgroßmutter dieser sieben Kinder (nicht die Grossmutter), und sie lebt im Haus ihres Enkels (nicht ihres Sohnes). Warum sie hier lebt, auch das ist eine typische Tutu-Geschichte. Sie lebte früher auf der Grossen Hawaii Insel und hatte einen Traum, dass in irgendeiner ihrer Familien etwas nicht stimme. Sie hat dann herausgefunden, dass die Frau ihres Enkels wieder schwanger war, und dass man ihr wegen ihrer und seiner Drogenabhängigkeit die Kinder wegnehmen muss. So hat sie beschlossen, alles hinter sich zu lassen und die Familie in ihre Obhut zu übernehmen, bis die beiden Eltern „clean“ (sauber) sind und sie nicht mehr gebraucht würde. Das ist nun ein Jahr her, und die Familie beginnt sich langsam zu erholen. Sicher aber wird sie noch länger dort eine Aufgabe haben. – Sie hat mir letztes Mal erzählt, dass ihre Blutsverwandschaft direkt zurückgeht zu den berühmten Königen Hawaiis, nämlich zu Kamehameha den Grossen und zu seinen beiden Söhnen Kamehameha II. und III. Sie lebten im 18./19.Jahrhundert. Der Erstere hat in seinen Schlachten alle Hawaii-Inseln erobert und sie dann zu einem einzigen Königreich vereinigt.

Ich habe inzwischen auch wieder einen Platz zum Wohnen gefunden, 8 Meilen (ca. 13 km) vor Hana, im nördlichen Bereich von Maui. Das war kurz nachdem ich Hana verlassen habe, um für ein paar Tage in die Stadt (Kahului / Wailuku) zu fahren. Es ist ein kleines Blumengeschäft (vor allem Versand) für tropische Pflanzen, mit Namen „Hana Fantasy Flowers“. Rundherum ist dichter, feuchter Regenwald. Ich habe hier meinen eigenen Bereich mit Bad und Veranda. Allerdings ist es hier um einiges kühler (kälter), sehr feucht und moskito-belastet – und teilweise leider auch sehr schmutzig. Dafür aber gibt es heinen Hot tub (Heisswasserbecken) im Freien und einen weiten Blick über Pools hinunter zum Meer. Doch ohne Auto ist man auch hier ein wenig wie am Rand der Welt.


Fahrt auf der unzugänglichen Nordküstenstrasse zu den Touristen-Aldorados an der Westküste von Westmaui: Jugendliche, am Sonntag unterwegs

Die ersten beiden Tage im anderen Teil der Insel waren sehr spannend, weil ich mit ein paar Freunden hinüberfahren konnte zur Westküste von West-Maui (das hätte ich selber vermutlich nie gemacht). Es ist sozusagen DAS Tourismus-Gebiet hier. Weite Strände, von der Ferne Buckelwale zu sehen, Einkaufsparadiese – vor allem im Zentrum Lahaina. Am zweiten Tag sind wir dann sogar die „verbotene“ Nordküstenstrasse gefahren (sie ist für Touristen gesperrt, weil sie absolut eng und schlecht ausgebaut ist). Es ist eine sehr schöne Strasse, wo hinter jeder Kurve eine völlig neue Landschaft auftaucht – vom dichten Regenwald bis zur Steppe und zur absoluten Wüste. Viele Milliardäre leben hier, man könnte sagen, sie haben sich diesen Teil fast aufgekauft: über lange Strecken sieht man nur Riesen-Villen und riesige, nach aussen hin abgeriegelte Areale. Dieser Ausverkauf hat auch nicht halt gemacht vor den heiligen Stätten der Hawaiianer. Viele Tempel, Zeremonienstätten und Friedhöfe mussten Golfplätzen, Hotels und Luxusvillen weichen. Und die Bevölkerung hier stöhnt immer mehr unter steigenden Mieten, Grundstückpreisen und Lebensunterhaltskosten.


das ist ein sogenannter Heiau, ein alter Tempel und heiliger Zeremonienplatz – viele von ihnen wurden von superreichen Amerikanern, die hier Riesengrundstücke kaufen, einfach überbaut; was das Leid der einheimischen Bevölkerung nicht gerade verringert hat

Dann, zwei Tage später, bin ich eingeladen worden zu einem wöchentlichen Treffen, wo viele Therapeuten und Heiler zusammenkommen, um einen berühmten Redner zu hören. Dieses Mal war es ein Horsewhisperer (ein Pferdeflüsterer) mit Namen Franklin. Er lebte 30 Jahre hier auf Maui und hatte eine Pferderanch. Jetzt aber ist er in Colorado zu Hause. Es war ganz spannend zu hören, was er so über seinen Zugang zu Pferden zu sagen hatte. Allerdings stellte sich heraus, dass er eher ein Frauenflüsterer war als eine Pferdeflüsterer.


Guave Frucht, leider kann ich den Duft und den köstlichen Geschmack nicht mitsenden

Den Rest der Zeit habe ich schreibend in einem kleinen Cafe in Wailuku verbracht, einmal mit einem kleinen Ausflug hinauf in mein geliebtes Iao-Valley – mit einem erfrischenden Bad im kalten Fluss, den ich vor einigen Wochen hinaufgewandert bin. Danach gings zurück nach Hana / Nahiku.


Vollmond in Hana Bay, 26.November 2004

Es wird auch hier langsam Weihnachten. Was heisst langsam? Direkt nach dem Thanksgiving-Feiertag (25.11.), spätestens aber ab 1.Dezember werden hier die Weihnachtsbäume aufgestellt, 100% Kunststoff, mit künstlicher Beleuchtung und echten Candys. Und das bleibt dann so bis Anfang Jänner. Wenn man in wärmeren Gegenden ist, wie letzte Woche an der Westküste, dann ist es für mich auch ein sehr witziges Gefühl, überall in den Strassen und Geschäften „Stille Nacht“ und „Walking in a winter Wonderland“ zu hören. Auch Santa taucht an allen Ecken und Enden auf: Autoverkaufs-Santa, Gartengeräteverkaufs-Santa, Hausfrauen-Santa, Kinder-Santa, Hula-Tanz-Santa, Bank- und Post-Santa, usw. … Könnt ihr euch das vorstellen? Und der Truthahn wird natürlich auch am Christmas-Day zum zentralen Mittelpunkt werden.

In der letzten Woche ist eine Freundin von mir mit 42 Jahren an Krebs gestorben. Als ich dann am Meeresufer gesessen bin, vor den heranbrausenden, tosenden Wellen und mich mit ihr verbunden habe – da ist mir klar geworden, dass unsere Geburt, unser Tod, alles was wir tun, ja unser ganzes Leben wie Wellen sind im grossen Ozean; sie tauchen auf, bewegen sich vorwärts und branden gegen die Küste, um dann wieder in die unendliche Bewegung des grossen Wassers einzutauchen. – Dann dieses wunderschöne Lied, das von einem der grössten Hawaiianischen Musiker (Brother IZ) der Gegenwart gesungen wurde, kurz bevor er infolge seines enormen Übergewichts im Jahr 1997 gestorben ist: Somewhere, over the Rainbow … irgendwo über dem Regenbogen, hoch droben … wo Probleme wie Zitronentropfen schmelzen, hoch über dem Schornstein, das ist wo ihr mich finden werdet, irgendwo über dem Regenbogen …!

 

Ja, und ansonsten: die „Halbzeit“ hier in Hawaii ist für mich vorbei – und ich habe beschlossen, ab Mitte Jänner nach Canada hinauf zu reisen. Zum einen, weil hier eine Visa-Verlängerung nicht möglich ist, zum anderen, weil es hier zu teuer ist und zum dritten, weil ich dort eine nette Cottage bis Ende April mieten kann. Die Dame, von der ich sie miete, fliegt für diese Zeit nach Hawaii / Molokai (d.i. eine Nachbarinsel von hier) – interessant, oder?

 

Gut, das war’s für heute – liebe Grüsse und Aloha

Magda

 

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Hawaii-Bericht 6

Aloha aus Nahiku / bei Hana

Seit meinem letzten Bericht sind wohl kaum mehr als zwei Wochen vergangen, und trotzdem erscheint es mir schon wie eine Ewigkeit bei all dem, was sich getan hat. Viele von euch waren besorgt, ob wir hier in Hawaii Auswirkungen des grossen Seebebens und der Flut gespürt hätten – und ich kann euch beruhigen, es hat keine äusseren und sichtbaren Reaktionen hier gegeben. Auch der für den Altjahrestag angesagte Hurricane ist vorbeigezogen.

Ich habe Weihnachten bei guten Freunden in Haiku, einem kleinen und trockeneren Ort an der Nordküste verbracht. Wir hatten uns vorgenommen, Ausflüge in die wärmeren Bereiche der Insel zu machen, nach den (Buckel-) Walen zu schauen, die jetzt zahlreich da sind und bald ihre Babies gebären werden.

Wir waren am 24.Dezember nachts bei einer Party eingeladen, aber sie hat sich als eine einzige „Pot-Party" (Marihuana) herausgestellt, es war ziemlich langweilig, und so sind wir – spät gekommen und – früh wieder gegangen. Wir sind dann im Mondschein spazieren gegangen und haben festgestellt, dass eine ganz eigenartige Spannung in der Luft liegt.

Ich bin dann am nächsten Tag alleine weggefahren, da meine Freunde zu müde waren, habe mir einen grossen Heiau (heiligen Tempelplatz) in der „Hauptstadt" Kahului angeschaut und bin weiter gefahren zu meinem Lieblingsplatz im Iao-Valley. Und ich hatte den ganzen Tag das Gefühl, dass es nirgendwo eine Möglichkeit zum Entspannen gäbe. Auf der Fahrt nach Hause habe ich dann die Windsurfer und Surfer an den Stränden eine Weile beobachtet. Plötzlich ist ein riesiger Regenbogen aus einer grossen rosa Wolke (knapp nach Sonnenuntergang) herausgekommen. Wie von nirgendwo – es hat kein Regen weit und breit gegeben, nichts.

Am nächsten Tag (Sonntag und Vollmond) sind wir dann nach Lahaina, in die Touristenstadt gefahren, um jemanden therapeutisch zu unterstützen, der Krebs hat. Ein sehr schwieriger Besuch. Wir waren danach auffallend müde und hatten, wie wir es nennen, „quite a strange feeling" (zum Grossteil auch schon vorher). Auf der Rückfahrt wollten wir dann die Wale sehen, und es gab überhaupt keine Zweifel daran, dass sie überall zahlreich da sein werden. Aber … es war absolut still draussen im Ozean.

Wie durch Zufall bin ich am nächsten Tag in das kleine Plantagen-Städtchen Paia gefahren und habe, was ich hier kaum mache, im Restaurant beim Mittagessen eine Zeitung zur Hand genommen. Radio und Fernsehen habe ich hier sowieso nie. Und was ich dann gelesen habe, hat mir plötzlich die Augen geöffnet:

Und hier ist noch ein kleiner Rückblick auf das, was sich vorher getan hat:

Am einem Sonntag (12.12), kurz nachdem ich hier in Nahiku angekommen bin, habe ich am späten Nachmittag eine kleine Entdeckungreise gemacht. Die Besitzerin des Grundstücks hat gemeint, ich könnte die Pools (das durch den herunterfliessenden Bach gebildeten Felsbett) einfach hinunter gehen. Es dauere bloss eine halbe Stunde bis zu den Klippen am Meer.

Ich bin dann eher hinunter geklettert als gegangen, in tiefe Dolinen und um grosse Wasserbecken herum, habe in Abgründe geschaut und sie hinter mir gelassen. Eine Stunde später habe ich vermutlich noch immer nicht die Hälfte des Weges hinter mir gelassen, und ich stand vor einer riesigen Höhle, um die es – zumindest in meinen Augen – kein Herumgehen gab.

So habe ich beschlossen zurück zu gehen, da es ohnehin schon fast fünf Uhr war, und ab sechs ist es hier finster. Ich nahm den Weg zu meiner Rechten, weil er ein bisschen gehbarer ausgesehen hat, als der, von dem ich gekommen bin. Es sollte dann ein Weg durch die engsten und steilsten Schluchten werden, und es gab kein Zurück mehr, da es noch viel gefährlicher gewesen wäre. Mit Lianen, die von Bäumen herunterhingen, habe ich mich über die Wasser-Pools geschwungen, um meine Fotokamera im Rucksack bangend. Teilweise war kein Weg mehr da, und so bin ich mit den Sandalen durchs Wasser gewatet, über Felsen hinaufgeklettert – für Wildnis-Erfahrene und Kletterfreaks sicherlich ein wahres Paradies. Für mich aber weniger. Knapp vor Einbruch der Dunkelheit habe ich dann weit oben eine Brücke gesehen und habe gewusst, dass es der Hana Highway sein muss. Mit schlotternden Knien bin ich dann über die Brücke hinauf geklettert – froh, dass ich wieder stabilen Boden unter den Füssen hatte.


Eine sogenannte Krabbenspinne, sehr klein und sehr giftig

Am nächsten Tag war ich wieder einmal unten in Hana (ca. 8 Meilen von Nahiku), und am Strand sitzend habe ich dann den selten zu sehenden Mauna Kea auf der Nachbarinsel Hawaii Big Island gesichtet – ein 4000er-Vulkan, diesmal mit einer leuchtenden Schicht Schnee auf seinem Gipfel.

Kurz danach musste der Rettungshubschrauber eine Touristin vom Red Sand Beach bergen, die über die Klippen hinunter gestürzt ist. Da der Hubschrauber dort nicht landen konnte, musste sie über ein Rettungsseil ausgeflogen werden.

In der darauf folgenden Woche bin ich dann täglich zum Waianapanapa-Beach nahe Hana gefahren. Er war wegen der sogenannten High Surfs (hohen Wellen) über mehrere Tage gesperrt. Später habe ich dann erfahren, dass das die Zeit war, in der die weltbesten Surfer ihre grösste Zeit des Jahres hatten, drüben auf der Nordseite der Insel. Sie surfen – in der Gegenwart von Presse und Fernsehteams – haushohe Wellen hinunter, und sie riskieren dabei ihr Leben …


Windsurfer am Hookipa-Aussichtpunkt, bei Paia

Ich hingegen halte mich mit Radfahren fit: jeden Tag fahre ich ca. 13 km hinunter, 13 km zurück. Wobei das Hinunterfahren natürlich das Schönste ist, das Zurückfahren bleibt dann eben unausweichlich. Und so habe ich im Augenblick die beste Kondition seit langen (zumindest eine Radfahrkondi). Auch sonst ist Radfahren das perfekt Fortbewegungsmittel hier: ich bin in Tuchfühlung mit der Natur, und zudem kann ich täglich meinen Früchtebestand auffüllen. Was ich da so alles finde: Brotfrüchte, Passionsfrüchte, einmal sogar eine Mango und Bananen. Ich freue mich immer über alles, was sich mir hier so offen und frei anbietet; abgesehen davon, dass das auch ein Ansporn für mich ist, mich jeden Tag aufs Neue aufzumachen! – Und wenn ich unter Kokospalmen fahre, dann bin ich immer recht froh, dass ich einen Helm habe.


Die berühmte Noni-Frucht

Was tut man aber, wenn die Batterien im Fahrradlicht plötzlich ausgehen? – Richtig, so schnell wie möglich nach Hause radeln. Und es war sicher meine Rekordzeit, als nach einem Besuch bei Tutu bei mir das Licht ausgegangen ist. Es hat noch ein wenig geflackert hat, und so habe ich es immer dann kurz eingeschaltet, wenn mir ein Auto entgegen gekommen ist.


Tutu, Grossmutter Daisy – mit ihrem Ururenkel Braia (14 Jahre alt)

Der einzige wirkliche Nachteil beim Radfahren sind ein paar Touristen aber auch einheimische Jugendliche, die auch dann überholen, wenn ein Auto entgegen kommt. Aber das bleibt in Grenzen.

Mit meinen Besuchen in Waianapanapa habe ich den Strand mit schwarzen, vulkanischen Klippen eingetauscht, hoch oben über dem Meer sitzend, am „Ancient King’s Highway", der Strasse der Könige. Die Wellen schlagen ständig und wild gegen die Klippen, die hohe Gischt hüllt mich in Feuchtigkeit. Es ist ein eigenes Gefühl, dieses donnernde, tosende Brüllen des grossen Ozeans, welches niemals aufhört – und der rauhe Wind, der sich dabei bildet. Das gesamte Gebiet hier ist durchzogen mit Begräbnisstätten, Heiaus (heiligen Tempeln), Altären, heiligen Höhlen – die Spuren der Herrschenden von damals (vielleicht nicht mehr als 200 Jahre zurück) sind noch sehr gegenwärtig.

Das Weihnachtsgeschäft bei „Hana Fantasy Flowers", wo ich wohne, war ziemlich grazy – es arbeiten hier Leute, die Geld brauchen; teilweise erscheinen sie nicht, weil sie gerade Drogen genommen haben. Die Besitzerin raubt selbst ihre Kräfte aus. Sie ist aufgewachsen neben Hollywood, war Stewardess bei United Airlines in früheren Zeiten und Model, sowie Krankenschwester. Auch sie war einst in der Drogenszene. Jetzt arbeitet sie zusätzlich als Drogenberaterin und am Wochenende in einer Nervenklinik im Nachtdienst.


Haus „Hana Fantasy Flowers", ich wohne links, der Bereich mit dem kleinen Dach – unten das Flussbett mit den Wasser-Pools

In den beiden Wochen vor Weihnachten hat das Telefon ständig während der Nacht geläutet, da es bis zur Ostküste der USA eine Zeitverschiebung von fünf Stunden gibt und die Leute ihre Bestellungen aufgeben wollten. Den Rest der Nacht verbringt sie vor ihrem Fernseher, was ich natürlich auch höre, da mein Wohnbereich – im typischen Insulaner-Stil – keine wirklichen Fenster hat, nur Holz-Jalousien.

Am 23.Dezember war ich dann schliesslich noch zu einer grossen Luau-Party eingeladen, einem typisch hawaiianischen Familienfest mit Hula-Tänzerinnen, Ukulele-Spieler und einer Percussion-Gruppe. Der Platz war ein auch ein typisch Hawaiianischer mit einem grossen Bambusdach-Haus ohne Wände, mit freiem Blick hinunter zum Meer. Das Buffet war riesig und lecker.

 

Und damit ihr seht, mit welchen Problemen wir uns hier vor Weihnachten herumgeschlagen haben, schicke ich euch einen Bericht, den ich auf der ORF-Internetseite gefunden habe:

www.orf.at, 19.12.2004

"Es gibt kein Bier auf Hawaii, es gibt kein Bier", sang der Schlagersänger Paul Kuhn in den 50er Jahren. Dieser Tage aber herrscht auf der Pazifikinsel ein akuter Mangel an Christbäumen.
Als vor einem Einkaufszentrum die Lieferung von 130 Edeltannen aus dem waldreichen Oregon angekündigt wurde, stellten sich mehr als 200 Menschen schon Stunden vorher um die Bäume an.

165 Dollar für einen Baum
Die Liebe der Wartenden zur Tradition wurde auf eine harte Probe gestellt, als sie erfuhren, dass ein Baum mindestens 165 Dollar (124,4 Euro) kosten sollte. Die Kunden klagten, dass sich der Preis für das begehrte Grün damit innerhalb weniger Tage verdoppelt habe.
Der Baumverkäufer Mele Kalikimaka Turner sprach dennoch von einem angemessenen Preis: "Schließlich ist das eine ganze Menge Aufwand, um einen Baum nach Hawaii zu bringen!" Der Mann versteht etwas von seinem Geschäft - schließlich bedeutet sein Vorname übersetzt so viel wie "Frohe Weihnachten".

 

Ihr werdet euch vielleicht auch fragen, wie man hier Weihnachten und Neujahr feiert:

Weihnachten wird traditionell am 25.Dezember gefeiert. Am 24. fahren viele noch am Nachmittag in die grosse Stadt zum Einkaufen. Der Abend ist dann eher für die Vorbereitungen für den nächsten Tag reserviert. Weihnachten ist Familientag, Packerl öffnen, grosses Truthahn-Essen, Musik, Partyzeit …

Silvester ist ähnlich, mit dem Unterschied, dass die tausenden Raketen und Feuerwerkskörper hier zur Anwendung kommen. Ich habe kaum etwas gehört, bin aber natürlich auch am ruhigsten Platz der gesamten Insel.

Das ist alles, was mir einfällt. Die Zeit vergeht schnell, und in der nächsten Woche werde ich den Flug hinauf nach Canada buchen. Ich wünsche euch eine gute Zeit – bis zum nächsten Mal

ALOHA !

Magda

 

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Hawaii-Bericht 7

Aloha, ein letztes Mal aus Maui / Hawaii !

Es ist so weit: Die letzten Tage hier auf Maui vergehen wie im Flug, und noch einmal werde ich von strahlendem Sonnenschein verwöhnt. Am kommenden  Sonntag, 16.Jänner, geht’s dann los. Ich fliege am Morgen von Maui nach Honolulu und dann am Nachmittag weiter nach Los Angeles. Dort werde ich bei Freunden übernachten und am nächsten Tag weiterfliegen nach Vancouver – mit Alaska Airlines: das klingt schon ziemlich kalt. Brrr. Und man sagt auch, dass Vancouver zurzeit unter einer Schneedecke liegt, was auch sehr ungewöhnlich ist. Es wird spannend, nun mit einem Köfferchen aus Hawaii ins verschneite Vancouver zu reisen. Das Schöne daran ist, dass es dort keine Moskitos mehr geben wird. --- Ich werde drei Tage in der Stadt bleiben, um dann eine weitere Tagesreise hinauf nach Cortes Island zu machen – das sind drei Fähren und zwei Busfahrten. Und dort bleibe ich dann für die nächsten drei Monate.

Das neue Jahr hat hier mit schweren Regenfällen, Nebel (so etwas sieht man hier so gut wie nie), Überflutungen, Stürmen und Gewittern begonnen. Und es war zeitweise ziemlich kühl. Und hier lebt man sehr direkt mit der Natur, und es geht immer wieder darum, mit ihr ganz im Einklang zu sein. Seit der Seebeben-Katastrophe in Asien spricht auch der Ozean eine ganz andere Sprache, viel wilder noch und mächtiger als zuvor. Die „Nachwehen“ waren sehr direkt und lange zu spüren, und die Spannung hat erst so um den 5.Jänner herum deutlich nachgelassen, doch die Wellen rollen noch immer, und viele Menschen spüren jetzt abrupte Veränderungen und tiefe Unsicherheiten. Vieles im Leben auf diesem Planeten hat Risse bekommen, und die Erdachsen-Verschiebung wirkt sich natürlich auch auf uns aus, da unser Bewußtsein stark an das erdmagnetische Gitter gebunden ist.

Und vor ein paar Tagen habe ich diese Spannung wieder gespürt, war mir nicht ganz sicher, was es war. Ein paar Stunden später habe ich dann von zwei starken Erdbeben im Iran und in der Ägäis gelesen. Auch am Amerikanischen Kontinent tut sich einiges – es ist eine unruhige Zeit.

Neulich hatte ich einen Traum vom Haleakala-Krater, und ich habe gesehen,  wie er einen Spalt bekommen hat, aus dem dann Lava ausgetreten ist. Ich habe dann mit einigen Leuten darüber gesprochen, und die haben das auch gesehen. Später hat man mir erzählt, dass der Vulkan lange als erloschen gegolten hat, und man hat ihn erst vor ein paar Jahren wieder in den Status des „schlafenden“ Vulkanes zurückversetzt (dormant volcano)

Nach Weihnachten habe ich einige sehr interessante Erfahrungen gemacht im Zusammenhang mit schweren Erkrankungen. Bei all diesen Fällen habe ich entdeckt, dass sie aufgrund von schwarzmagischen Praktiken entstanden sind … das ist ein schwieriges und weit verbreitetes Thema hier.

Vor ein paar Tagen habe ich noch einen Tempelplatz besucht, nämlich den grössten Heiau (Tempelplatz, heiliger Platz) Hawaii’s, den sogenannten „Hale o Pi’ilani Heiau“. Er befindet sich in einem riesigen Garten, dem „Kahanu Garden“, in dem man alle Hawaiianischen Baum- und  Pflanzenarten kennen lernen kann. Das war wirklich sehr spannend. Der Heiau ist eine 150 m x 100m grosse Plattform mit Treppen (Höhe ca. 16 m), um ca. 1200 n.Chr. erbaut, und er sieht manchen Maya-Tempelplätzen sehr ähnlich.


Der „Hale o Pi’ilani Heiau“, direkt am Meer, in der Nähe von Hana

Dann habe ich noch einiges Interessantes entdeckt:


Hula-Musikgruppe (Hawaii-Tahita) bei einem Luau-Fest

Maui ist für mich inzwischen schon fast wie ein Zuhause geworden. Das  Abschiednehmen hat deshalb schon seit einigen Tagen begonnen, was mir nicht gerade leicht gemacht wird, wenn alle meinen, wie traurig es ist, dass ich jetzt gehe und wiesehr sie mich vermissen werden. Ja, ich werde vieles hier auch vermissen  …

Und nach all den vielen Berichten werdet ihr vielleicht wissen wollen, „was mir denn Hawaii eigentlich gebracht hat“. Jemand hat hier einmal zu mir gesagt: „Es muss nicht immer alles eine Bedeutung haben. Manchmal ist es einfach ein Geschenk der Götter“. Nun, das war es bestimmt. Und es war noch viel mehr – abgesehen von dem kompletten Grundentwurf für zwei Bücher. Ihr dürft raten, worum es im zweiten Buch gehen wird!??


Mit einer Freundin sitze ich hier auf einem uralten Geburts- und Heilungsstein in Lahaina (am 26.Dez) – die Energie war allerdings derart hoch, dass wir nur kurze Zeit dort bleiben konnten (die  Handgeste ist typisch für die Polynesischen Inseln, und sie bedeutet „Aloha“ und „ich wünsche dir / euch das Beste“)

Es war hier vom Anfang an für mich immer das Gefühl im Vordergrund, als würde ich in eine Welt eintauchen, die noch um vieles älter ist als das, was wir „unsere Zivilisation“ nennen. Überall lugt etwas hervor, das wie in eine andere Welt hinüber zeigt – vielleicht in eine Zeit, als sich hier ein grosser Kontinent befunden hat, der später fast restlos versunken ist.

Das heutige Hawaii ist dagegen eine sehr junge Kultur. Sie hat vor ca. 1200 Jahren begonnen (manche sagen, vor 2000 Jahren), und sie ist im 19.Jahrhundert in ihrer alten Form (durch Kriege und den Druck der Eroberer)  zu Ende gegangen. Es war ein Seefahrer-Volk mit einer starken, teilweise gott-ähnlichen Herrscher-Hierarchie und einem sehr strickten Tabu- und Regelsystem. Die Kahunas waren darin eine Art Priesterklasse, die dafür gesorgt hat, dass das geheime Wissen (Huna) geschützt und angemessen weiter gegeben wird. Und trotzdem unterscheidet sich dieses Volk von vielen anderen durch seinen tiefen Zugang zu den uralten Kräften der Menschheit und seinen einzigartigen Zugriff auf alle im Universum vorhandenen Möglichkeiten, die hier ganz praktisch ins täglich Leben umgesetzt werden (oder zumindest lange Zeit wurden).


Sonnenuntergang am Hookipa-Strand mit den Surfern (siehe Foto vom letzten Bericht), im Hintergrund das Iao-Tal (Bergeinschnitt in der Mitte, mein Lieblingsplatz, von dem ich schon ein Foto geschickt habe: „Iao-Needle“), und dann …


… ist plötzlich ein Regenbogen aus einer rosa Wolke herunter gekommen – das war ziemlich genau zum Zeitpunkt des Erdbebens in Asien (zu unserer Zeit am 25.Dez.)

Und es ist ja nicht nur so, dass wir Länder und Plätze besuchen und dann wieder nach Hause fahren, sondern das Erlebte und auch die Energie der Orte prägen sich ganz tief in uns ein und verändern unser Bewußtsein, auch wenn wir erst oft viel später (oder gar nicht) wahrnehmen, was es war. Alles klingt in uns nach – besonders intensiv, wenn wir an Kraftplätzen waren. Und das ist Hawaii – und speziell Maui – ganz bestimmt.

Ich finde es schön, dass ihr mich auf meiner Reise hier „begleitet“ habt – denn eine geteilte Freude ist immer auch eine mehrfache Freude. Vielen Dank ! Das nächste Mal werdet ihr von mir dann aus Canada hören … AHUIHO (bis bald) und ALOHA

 

Magda

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