Cortes Island

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1.Bericht aus Canada

26. November 2006

Meine lieben Freunde,

 

heute bin ich genau ein Monat in Canada, und da wird es wohl endlich Zeit, dass ich ein wenig von meiner Zeit hier berichte. Ich weiss zwar nicht genau, wo sie schon wieder hin verflogen ist, Tatsache ist jedoch, dass es bald Dezember, dass der Winter schon in der Tür steht – besser, dass er eigentlich schon mitten da ist. Aber jetzt beginne ich einmal von vorne:

Der Flug nach London und Vancouver war gut. Aus einiger Distanz betrachtet, waren die Sicherheitsmassnahmen am Londoner Flughafen sogar ein wenig witzig, weil beim Einchecken lange Tische aufgestellt waren, auf denen hunderte von Beispielen aufgestellt waren für das, was man nicht im Handgepäck mitführen durfte. Und die Wege zur Passkontrolle und zum Handgepäck-Untersuchung waren dann versehen mit all diesen Dingen, welche die Leute dann schnell losbekommen wollten. Mülleimer standen nicht zur Verfügung. Dazu kamen noch überall grosse Warntafeln, an denen alle verwundert vorbeizogen …


Willkommen in Vancouver

In Vancouver angekommen, war dann nicht nur der Zeitwechsel für mich angesagt, sondern auch ein ausgesprochener Temperatursturz – von ca. 25 Grad in Europa bis einige Grad unter Null hier an der sonst eher milden Westküste. Aber das Ganze passte irgendwie zum herannahenden Halloween-Treiben, das man sich so ungefähr wie Fasching und Karneval bei uns vorstellen kann. Da wird nichts ausgelassen, es dauert tagelang, und das "Trick-or-Treat"-Spiel der Kinder ist da nur ein harmloses kleines Ereignis zum Abschluss.


Halloween-Wahnsinn


... nochmals Halloweeeeeeeen: scary!
schaut ziemlich Angst erregend aus, oder?

Am 1.November ging bin ich dann wieder auf Reisen gegangen, mit Bus, drei Fähren … die gewohnte Tages-Fahrt hinauf nach Cortes Island. Am Morgen nach meiner Ankunft gaben mir die Wölfe (am hell-lichten Tag) einen gewaltig heulenden Willkommensgruss. Seither habe ich sie nicht mehr gehört …

Ich habe dann mehrer Tage lang ein Haus gehütet mit einem Kater, der täglich zwei Insulinspritzen brauchte, weil er an Diabetes leidet. Dann habe ich in das Haus gewechselt, in dem ich auch letztes Jahr am Anfang war. Ein überaus heftiger Sturm hat dann in den nächsten Wochen über unser Gebiet hier gefegt – man sagt, er sei aus Hawaii gewesen. Nun, warm war er jedenfalls! Da gab es oft 24 Stunden lang eine 80-100km/h Sturm, und natürlich waren dann wieder einmal Strom, Telefon und Wasser ausgefallen. Auch das Barometer war zeitweilig völlig ausserhalb des messbaren Bereichs gefallen. Viele sagen, so etwas hätten sie noch nie erlebt.

Vancouver hatte die schwersten Regenfälle seit langem zu verzeichnen, und Erdrutsche und Überschwemmungen haben dann die Wasser-Reservoire der Stadt mit Schlamm gefüllt, sodass es mehr als eine Woche lang nicht mehr getrunken und nur mehr abgekocht verwendet werden konnte. Um Wasser zu bekommen, gab es Schlangen in den Geschäften … Raufereien, Schlägereien und viele Polizeieinsätze. Manche Geschäfte mussten geschlossen werden. Und das Wasser war nach kürzester Zeit ausverkauft. Wir haben hier erlebt, wie verletzlich das Gleichgewicht der Natur und wie schnell es zu einer Frage des  Überlebens werden kann.

Nun, und seit gestern gibt es hier Schnee!! – ja, wirklich. In den Wetter-vorhersagen finden sich dann Meldungen wie: "Schneefallmengen 5-10cm – Schneefallwarnung!). Aber heute haben wir schon ganze 30 – 50cm.


und leise, über Nacht, ist es Winter geworden!

Es ist insgesamt schon eine Seltenheit, dass es hier an der Westküste Schnee gibt, aber dass es ihn bereits im November gibt, das bricht wieder alle Rekorde. Dazu kommt noch, dass in den nächsten Tagen Temperaturen um Minus 10 Grad und tiefer angesagt werden. Das Kälteste, das ich hier je erlebt habe, waren Minus 3 -5 Grad. Nun, wir werden sehen. Die Häuser sind hier um einiges dünner und wind-durchlässiger, aber ein guter Ofen und viel Holz vorm Haus kann das schon wettmachen.


auch das Meer wirkt heute still ...

Langweilig wird mir natürlich auch hier nicht … als nächsten sollen nämlich mein erstes Mayabuch und mein Kinderbuch hier auf Englisch erscheinen, was natürlich sehr aufregend ist und dafür sorgt, dass ich auch die Nachtstunden gut nütze. Dazu wird es dann vermutlich auch meinen Film mit englischen Untertiteln auf DVD geben … usw.

Aber diese Woche mache ich einmal ein paar Tage Pause. Ich bin nämlich eingeladen worden zu einem Filmfestival in den Whistler Bergen (dort wo in wenigen Jahren die Winterolympiade stattfinden soll). Hier werden die neuesten Canadischen Filme vorgestellt, und wir treffen dann auch mit den verschiedenen Filmemachern, Regisseuren und Sponsoren zusammen. Wird sicher spannend – zudem habe ich gehört, dass es dort momentan ungefähr 2m Schnee geben soll.

 

Sollte ihr noch für Weihnachten oder Sonstiges Geschenke brauchen:

Weitere Informationen dazu: auf meiner Webseite!

 

So, das war's dann für's Erste. Ich sende euch liebe Grüsse und wünsche euch eine schöne vorweihnachtliche Zeit!

Magda

 

ps: sollte ich mich einmal für einige zeit nicht melden, dann ist es deshalb, weil wir hier einfach wieder einmal keinen strom und kein telefon haben – stormwarning in effect! so to speak

 

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2. Bericht aus Canada

  

Liebe Freunde,

 

meine Weihnachtspost ist heuer ausgefallen, weil wir eigentlich so gut wie keinen Strom hatten in den letzten beiden Wochen vor Weihnachten und ebenso auch um die Feiertage herum. Danke auch für eure vielen Weihnachtsemails und –wünsche!

Und so bleibt mir nur mehr, euch ein gutes Neues Jahr zu wünschen! Schnallt euch gut an, denn es wird vermutlich nicht ruhiger werden als in diesem zu Ende gehenden Jahr!

 
Weihnachtsgrüsse und Neujahrswünsche von meinem Zuhause hier!

Was hat sich sonst hier getan?

Kurz nachdem ich den letzten Bericht geschrieben habe, sind die Temperaturen noch weiter gefallen, und es gab Frost bis ungefähr –20 Grad: Und das hat Auswirkungen hier, vor allem auf das Wasser, da die Leitungen nur wenig isoliert sind und meist ziemlich an der Oberfläche liegen. Viele hatten ungefähr zwei Wochen lang kein Fliesswasser und die Leitungen waren zersprengt. Bei mir hier waren die Türen zugefroren, und als ich einmal zu Fuss zur Post gehen musste, war mein Gesicht fast gefroren – und keine Autos weit und breit … so etwas ist dann wie ein absoluter Stillstand: Schulen, Restaurants, Geschäfte, usw. bleiben geschlossen. Interessant waren die Spuren im Schnee: es gab da viele Rehspuren, und zwischendurch dann tellergrosse Abdrücke eines Pumas. Da weiss man dann mit Sicherheit, dass es sie hier gibt.

Bei tiefem Schnee habe ich dann mit jemand anderem gemeinsam die Insel verlassen, um in die Whistler Mountains zum Filmfestival zu fahren. Wir hatten einen wunderschönen Tag bei Sonnenschein, ruhiger See auf den Fähren und einen traumhaften Sonnenuntergang, als wir Horseshoe-Bay in Vancouver erreichten. Die Fahrt nach Whistler ging über eine enge Bergstrasse, die jedoch gerade für die Olympischen Spiele zu einer vierspurigen Autobahn umfunktioniert wird. Das heisst, da waren unzählige Baustellen (es werden da ganze Bergteile heraus gesprengt), viel Schnee und viele Unfälle. In den nächsten drei Tagen gab es dann Filmgenuss pur – meistens 10–12 Stunden lang pro Tag. Es wurden wirklich ganz tolle Filme vorgestellt, wie "The White Planet" (Der weisse Planet) über die Tierwelt in den arktischen Zonen von Canada und Grönland, oder "Mystic Ball", ein Film über ein Ballspiel, das jeder in Myanmar (Burma) spielt und das aber überaus artistisch und mystisch ist, wie sich herausstellt, als ein Mann aus dem Westen (Montreal, Canada) es lernen will. Er war da, und die Gespräche mit ihm waren sehr spannend und vor allem voller Humor. Er hat auch "mystische Bälle" mitgehabt … ja, und seither übe ich mit einem solchen (aber wohl eher in Gedanken, denn er ist eigentlich ziemlich hart …).

Und ansonsten war Whistler eben, was es ist: ein Skigebiet, was für mich nach ungefähr zwei Jahrzehnten ohne Skifahren auch wieder einmal ganz interessant war. Gute Restaurants waren zwischendurch eine Abwechslung zu den Filmen, aber oft stellte sich heraus, dass wir wegen des dichten Kino-Plans dafür überhaupt nicht Zeit hatten.


Filmfestival 2006 in Whistler, dem Ort der kommenden olympischen Winterspiele


Die Milleniumshalle von Whistler, in der einige Filme gezeigt wurden – bei Nacht …


… und bei Tag. Im Hintergrund die Skipisten …

 Zurück nach Cortes: da war der Winter dann schon wieder fast vorüber. Nur am Nordteil der Insel war der Schnee noch etwas länger liegen geblieben.

Zwischendurch sind zwei Mal Wale und Delfine in der Nacht vorbei gekommen. Da bin ich dann oft lange draussen gestanden, um ihnen zuzuhören. Auch die Wölfe auf den Nachbarinseln (Twin Islands, Hernando Island) haben immer wieder ein Konzert gegeben … und wie ich später draufgekommen bin, haben sie dann geheult, wenn wieder ein grosser Sturm oder Schnee kommen sollte. Und so war es auch. Wir hatten schon im letzten Jahr geglaubt, dass es zu den Stürmen und Stromausfällen keine Steigerung mehr geben könnte. Aber wir sollten uns täuschen. Denn allein in den letzten beiden Wochen vor Weihnachten hatten wir nur ingesamt vier Tage Strom, dafür aber jeden zweiten Tagen einen 24-30-Stunden Sturm, und da waren einige Stürme dabei, die für die Westküste hier ziemlich katastrophal waren.


Ein Blick auf die Berge des Festlands, vorne die Twin-Islands, die auch immer wieder von der Queen besucht werden … unter strengster Geheimhaltung natürlich (vielleicht heulen deshalb die Wölfe immer so laut)

 In einem Zeitungsbericht der "Vancouver Sun" habe ich folgendes gelesen über den "Stanley Park" (das ist der grösste Stadtpark Nord-Amerikas, und er ist DAS Ausflugsziel von Vancouver): beim stärksten aller Stürme der letzten Zeit (es war ein 160-kmh-Tornado) hat es am 11.Dezember im Stanley Park tausende von Bäumen entwurzelt und umgerissen, und bei diesen Bäumen handelt es sich grossteils um jahrhunderte alte Baumriesen. Man vermutet, dass damit etwa ein viertel (und vermutlich noch viel mehr) des Waldbestandes vernichtet worden ist. Die Wanderwege und Autostrassen sind durch Erdrutsche abgetragen bzw. durch Überflutungen vom Meer hinaufgeschoben worden. Die voraussichtliche Aufräumzeit beträgt mindestens ein Jahr.

Soweit ich es gehört habe, sind einige Menschen bei diesen Stürmen ums Leben gekommen, unzählige Häuser und Autos waren vernichtet worden – und so war es auch bei uns hier auf der Insel. Eine Folge davon waren dann auch sieben Tage durchgehend Stromausfall (und damit auch Wasser und Telefon). Es war auch das erste Mal, dass ich mir überlegt habe, was ich tun würde, wenn der Sturm noch heftiger wird …

Die einschneidenste Geschichte hier war die von einem jungen Ehepaar, das sich gerade zum Abendessen an den Tisch gesetzt hatte. Sie sagte zu ihm, dass sie gern einen anderen Wein hätte als den, der am Tisch stand. Er stand auf, holte eine andere Flasche, während sie noch einmal in die Küche ging. Im nächsten Moment krachte eine Riesentanne durch das Dach, dann durch den Tisch und schliesslich noch durch den Boden durch (siehe Foto).


Das ist das Haus, in welches die Riesentanne hineingefallen ist …
(Foto by Richard Trueman, Cortes)

Bei mir hat dann gerade rechtzeitig vor Weihnachten der Ofen bzw. der Kamin zu rauchen begonnen. Es hat dann einige Tage lang gedauert, bis ich den Besitzer überreden konnte, dass da ein Rauchfangkehrer dran muss. Und damit war es genau der 24.Dezember: draussen hat es wie wild gestürmt, und der arme Mann musste dann auf ein Dach, das enorm rutschig und gefährlich war. Aber alles ist gut gegangen … und damit war ich für Weihnachten gerettet, denn es war kein Strom da (wie üblich schon), und es war irgendwie ziemlich kalt und ungemütlich.

Am 25.Dezember war ich dann eingeladen zu einer traditionellen Christmas-Dinner-Party (eigentlich zu mehreren, aber man kann bekanntlich nicht auf allen Kirtagen tanzen) mit gefülltem Truthahn, usw. Der Nachmittag wurde eingeleitet mit sogenannten Christmas-Crackers, das sind bunte Kartonrollen, die ausschauen wie ein Weihnachtspackerl; die hält man dann gegenseitig und zieht sie auseinander, wobei ein "Kracher" ausgelöst wird. Heraus fallen dann eine Königskrone, eine Überraschung und eine Zettel mit kniffeligen Aufgaben. Die Königskrone mussten wir dann alle aufsetzen. Das hat wirklich witzig ausgeschaut. Zum Abschluss gab es dann noch Tiramisu und Pumpkin-Pudding (Kürbis-).

Am 26.12., bei uns der traditionelle Boxing-Day (wo man die Weihnachts-geschenke wieder verpackt und umtauschen geht), war dann wieder einmal der Strom weg. Stromausfälle können grundsätzlich ja sehr inspirierend sein – so habe ich z.B. beim langen Stromausfall Mitte Dezember wieder ein Kinderbuch geschrieben – aber diesmal war es schon eher sehr strapazierend für meine Nerven, da ich mein Englisches Manuskript (die Übersetzung meines ersten Maya-Buches) schon vor Weihnachten beim Verlag unten in Victoria (unserer Hauptstadt) abgeben hätte sollen. Und deshalb sitze ich momentan fast Tag und Nacht, um es wenigstens bis zum Jahresende noch zu schaffen.

Und damit beende ich auch schon meinen Bericht … Hier sind noch ein paar Fotos zu sehen vom gestrigen Traumtag – wolkenlos und eisig kalt.


Abendrot am 27.Dezember


Halbmond am 27. Dezember


Die Seewege als Transportwege; vor die drei Frachtschiffe ist ein kleines Schiff gespannt,
welches sie zieht (ziemlich erstaunlich)

 

liebe Grüsse an euch alle und nochmals "EIN GUTES NEUES JAHR"!

Magda

 

PS:

Fotos vom Haus, in dem ich gerade wohne (viele haben mich gefragt) / und generell alle Berichte sind auf meiner Webseite unter "Heilplätze" zu finden (dann: besondere Heilplätze - dann: Cortes 2005/2006; in Bericht 1 und 3 sind Fotos vom Haus). Ihr findet den neuesten Bericht aber auch immer unter "Neues" unten in rot)

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3. Bericht aus Canada

  

Liebe Freunde,

 

ich weiss, dass viele von euch schon auf den nächsten Bericht aus Canada gewartet haben. Aber in Zeiten wie diesen bräuchte ich wohl mehrere Paar Hände. Wie auch immer … die letzten beiden Monate waren ausgefüllt mit der Veröffentlichung von zwei meiner Bücher hier in Englisch. Das war ungefähr so, wie zwei neue Bücher schreiben. Es waren Tage und Nächte am Computer, gemeinsam mit meiner tollen Übersetzerin in England und meinem wunderbaren Techniker in Wien, durch alle Stromausfälle und Feiertage durch – und wir hatten ja heuer ganze 22 Tage keinen Strom.

Um Silvester hatten wir gerade noch an meinem Maya-Buch gearbeitet, denn es sollte einige Tage später im Verlag sein. Das war die Zeit, wo ich mir geschworen habe, "nie wieder" so etwas zu machen. Da kam die Nachricht aus dem Osten Canadas, dass auch das Kinderbuch fertig übersetzt sei … etwas, mit dem ich so schnell nicht gerechnet habe. Und seither war die Arbeit daran durchgehend. Das erste Buch ist jetzt bereits fertig und wird in Kürze erscheinen, und das Kinderbuch kommt auch bald. Da die Stromausfälle manchmal sehr langen waren (z.B. 7 Tage durchgehend) hab ich zwischendurch dann noch ein weiteres Kinderbuch geschrieben … zum Drüberstreuen. Das ist einfach so daher gekommen.

 
Freiheit und Macht in den Lüften: der Weisskopfadler


ein junger Weisskopfadler

Bis Mitte Jänner hatten wir heftigste Stürme (2 Monate fast durchgehend, meistens 20 – 30 Stunden lang), und seit sie dann zu euch nach Europa gewandert sind, waren sie bei uns weg. Das war manchmal dann eine fast unheimliche Stille … Und es war Schnee da (schon wieder) und heftiger Frost für mehrere Wochen sowie tiefer, hereinkriechender Nebel. Eine ganz eigenartige Stimmung. Bei einem dieser Schneestürme im Jänner ist in Vancouver das Rundkuppeldach der sogenannten "Science World" zusammen gebrochen – ein Gebäude, das für die Olympischen Spiele 2010 verwendet werden soll. Das war einmal der erste Härtetest.

Den ganzen Jänner über war zudem das Telefonsystem völlig gestört, d.h. dass man oft keine Anrufe empfangen oder machen konnte oder dass das Gespräch (und damit auch das Internet) oft einfach unterbrochen wurde. Die Internetleitung war dann auch sehr langsam, und es war für mich schwierig, die ca. 150-200 emails pro Woche auch wirklich beantworten zu können … Zudem waren dann auch noch die beiden Verlage für die Bücher, die viel Aufmerksamkeit benötigten.

 

Von Sturmwarn-Systemen wie in Europa kann man hier nur träumen, und es sind viele Teile dieses Kontinents oft sehr überrascht worden von Dingen, die nicht einmal annähernd vorausgesagt waren. So auch bei uns die Stürme: die Warnungen kamen oft erst 10-20 Stunden später, wenn alles schon wieder fast vorbei war. In den Steppen Canadas und der USA sind ganze Herden von Büffeln und Elchen eingeschneit worden und erfroren, auch da keine Warungen. Ähnlich die Schneefälle in Kalifornien, die Eisregen an der Ostküste und jetzt die enorme Kälte (Minus 40 Grad) wiederum in Ost-Canada und im Osten der USA. Kann sein, dass bei diesen Kapriolen das Wetter auch gar nicht mehr vorhersehbar ist. – Wir hatten letzte Woche eine der stärksten Erdbebenwarnungen, die es je gab (sie galt eigentlich für den ganzen Pazifik-Raum), und es war wirklich eine ganz eigenartige Spannung in der Luft. Seit Anfang Februar lauten die täglichen Wettermeldungen nur mehr: Regen, Regenschauer, Wind …

 
Der freche "Cousin" der Krähen, genannt "Bluejay" –
er kann andere verrückt machen, indem er alles imitiert (z.B. Hunde)

Ich bin Mitte Jänner umgezogen, um wieder einmal ein Haus zu "hüten" –habe hier aber nichts anderes zu tun, als die Eichhörnchen und Vögel zu füttern. Dieses Füttern führt aber eigentlich nur dazu, dass die Eichhörnchen rund wie ein Ballon sind, und die Vögel schon gegen das Fenster fliegen, wenn sie Futter wollen. Na ja … Das Haus, in dem ich wohne, ist eins vom nobelsten auf Cortes. Ein Riesen-Blockhaus mit Sauna, usw. – wozu ich aber kaum Zeit habe.

 
Blockhaus im kanadischen Stil


Innenansicht

Vollmond (wmv-Video, 600kB)

gemästete Eichhörnchen (wmv-Video, 1MB)

Mitten in diese turbulente Zeit hinein platzte die Nachricht vom Selbstmord einer Frau meines Alters, die wir alle sehr gut gekannt haben (sie war meine Nachbarin), und die hier auf der Insel auch einen "Namen" hatte. Es war ein Riesen-Schock, und erst langsam glätten sich die Wogen wieder. Was ich sehr schön gefunden habe, war die Verabschiedungsfeier in der grossen "Community-Hall" – weniger eine Trauerfeier in unserem Stil, sondern vielmehr das Feiern des Lebens derer, die gegangen ist, wo Freunde, Familie, Arbeitgeber, … einfach ganz persönliche Geschichten, Erlebnisse, Erfahrungen … mit ihr erzählt haben. Und da wurde gesungen, geweint, dann wieder gelacht (denn manche dieser Geschichten waren wirklich sehr lustig), musiziert, getanzt, gebetet, selbstgemachte Gedichte vorgelesen, usw. Die Halle war übervoll, und viele konnten da nicht dabei sein, deshalb gab es eine Woche später noch eine weitere Feier. Beide waren sehr berührend.

 

Wie geht’s jetzt weiter: Ich werde noch ein paar wenige Wochen hier sein und dann wieder zurückziehen in das Haus, in dem ich vorher war. Neben meiner sowieso immer zeitfüllenden Arbeit werden wir (mein Techniker, die Übersetzerin und ich) in den nächsten Wochen meinen Maya-Film mit englischen Untertiteln fertigmachen und dann als DVD herausbringen. Wenn dann Bücher und Film fertig sind – vermutlich Anfang April – dann wird es hier ein sogenanntes "Book Signing" geben, d.h. ein grösseres Fest mit Buchverkauf und –signieren.

Zwischendurch werde ich wieder an meiner Trilogie und an einem Buch über natürliche und sanftes Schwangerschaft, Geburt, Mutterschaft (gemeinsam mit einer Hebamme) arbeiten.

 

Gut, das war's für diesmal. Liebe Grüsse an euch alle

Magda

 

 

PS: den folgenden Artikel hat der ORF vor einigen Wochen auf der Webseite gehabt:

 

Das "ewige Eis" schmilzt

Die Nordwestpassage könnte zu einer viel befahrenen Schifffahrtsroute werden.

Die globale Erwärmung und das damit verbunden Schmelzen des "ewigen Eises" haben unmittelbare Auswirkungen auf einen seit Jahrzehnten schwelenden Konflikt zwischen Kanada und den USA.
Es geht um den rechtlichen Status der Nordwestpassage, eines Seeweges, der Atlantik und Pazifik über den kanadisch-arktischen Archipel verbindet.

Ohne Eisbrecher unbefahrbar
Jahrhundertelang waren Entdecker auf der Suche nach der Nordwestpassage. Die erstmalige komplette Durchfahrt gelang dem Norweger Roald Amundsen im Jahr 1906.
Bisher war der etwa 5.780 Kilometer lange Seeweg im hohen Norden Kanadas nur mit Eisbrechern zu befahren und spielte keine wesentliche wirtschaftliche und politische Rolle.

Symbol der Souveränität
Mit dem fortschreitenden Klimawandel wächst die Bedeutung der Nordwestpassage, die für Kanada ein Symbol der nationalen Souveränität darstellt.
Während die USA die Meinung vertreten, die Nordwestpassage sei eine internationale Wasserstraße und für jeden befahrbar, beharrt Kanada auf seinem souveränen Anspruch.

"Agree to disagree"
Bereits 1985 kam es zu diplomatischen Unstimmigkeiten, als ein Eisbrecher der US-Küstenwache die Nordwestpassage ohne Erlaubnis der kanadischen Regierung durchquerte.
Seither einigten sich die beiden Staaten stillschweigend auf eine "Agree to disagree"-Politik: Die Sichtweise des Nachbarstaates wird toleriert, aber nicht akzeptiert.

Rasanter Klimawandel
Auf Grund der globalen Erwärmung ist diese Strategie nicht mehr lange haltbar. Experten rechnen damit, dass die Nordwestpassage schon bald zumindest im Sommer eisfrei sein wird.
Einem Bericht der Weltwetterorganisation der Vereinten Nationen (WMO) zufolge vollzieht sich der Klimawandel in der Arktis zwei Mal schneller als im globalen Durchschnitt.

Arktis bis 2040 eisfrei?
Erst im Dezember warnte ein Team von Wissenschaftlern des Nationalen Zentrums für atmosphärische Forschung (NCAR) der Universität Washington und der kanadischen McGill-Universität, dass das Eis am Nordpol bis zum Jahr 2040 geschmolzen sein könnte.

Alternative zu Panamakanal
Eine eisfreie Nordwestpassage mit ihren tiefen Gewässern ist besonders verlockend für Supertanker, die zu groß für den Weg durch den Panamakanal sind. Sie müssen zurzeit den Umweg um die Spitze Südamerikas nehmen.

Attraktiv für Ölkonzerne
Auch die Möglichkeit des Transports von Erdöl aus Alaska zur Ostküste der USA macht den Seeweg interessant.
Die Zeitersparnis für Frachtschiffe und Öltanker und die damit verbundene Kostenreduktion liegt auf der Hand.

Militarisierung der Arktis
Mit einem groß angelegten zwölftägigen See- und Bodenmanöver hat Kanada im August 2006 seinen Anspruch auf die Arktis bekräftigt. Die Übung galt als Geste gegenüber Dänemark, mit dem sich Kanada über die arktische Insel Hans streitet.
"Das Manöver stellt die Entschlossenheit der Regierung unter Beweis, Kanadas Souveränität über unser arktisches Territorium zu behaupten", sagte Premierminister Stephen Harper in einer Ansprache und kündigte an, Kanadas Militärpräsenz in der Arktis auszubauen.
Das sei umso wichtiger, als "die Ressourcen des Nordens, vor allem Öl und Gas, immer wertvoller werden", so Harper.

Wettrennen um Bodenschätze
Die Erschließung der enormen Ressourcen in den entlegenen Gewässern Nordkanadas war bisher mit zu hohen Gefahren und Kosten verbunden oder schier unmöglich.
Angesichts der schwindenden Eisdecke wird es für die Industrie immer einfacher, Öl-, Erdgas- und Teersandreserven in den Polarregionen zu gewinnen.

Folgen für Menschen und Ökosystem
"Viele Konzerne stehen in den Startlöchern", kritisiert der Polarforscher Arved Fuchs. Für die Menschen in der Arktis bedeute das "eine rasante Veränderung ihrer Lebensumwelt, in die sie nicht einbezogen werden".
Auch für das Ökosystem ist die Erschließung der Arktis nicht ohne Konsequenzen. Das Verschwinden ganzer Tierarten könnte die Folge sein. Rohstoffabbau und zunehmender Seeverkehr würden die Probleme verstärken, die durch den Klimawandel ohnehin schon existieren.

 

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4. Bericht aus Canada

  

Hello, ihr Lieben –

 

die Zeit saust in Riesenschritten dahin … und es hat sich so viel getan, dass ich das nur schwer in ein paar Zeilen zusammenfassen kann.

Ich fange gleich einmal beim Wichtigsten und Tagesthema Nr.1 an, beim Wetter: Februar ist hier noralerweise immer ein wärmerer Monat, und alle beginnen mit der Gartenarbeit, während es im März traditionell immer April-Wetter mit kühlerem Wetter gibt. Diesmal war der ganze Februar nebelig und kalt mit Schneefällen, ein paar Stürmen, ab und zu dazwischen ein paar sternenklare und frostige Nächte … Anfang März waren wir dann wieder einmal kurz eingeschneit, dann wurde es wärmer mit vielen Regenfällen. Danach kamen wieder Schnee (jeden zweiten Tag), Frost und Nebel zurück … dazwischen Hagelstürme und Gewitter, Schneeregen. Und seit ein paar Tagen sind wir wieder beim Anfangswetter hier: Stürme und Regenschauer – grau, grau, grau. Und die Leute sind einigermassen schlecht gelaunt. Laut Statistik gab es in diesem Winter 100 Tage weniger, die zumindest einige Stunden Sonne hatten.

Aber für ein paar Tage war auch immer wieder ein Anflug von Frühling zu merken, und die Blumen zeigen trotz aller Wetterkapriolen ihre ganze Pracht. Es ist oft auch nur eine Frage, worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten – stimmts?

      

Die Erdbebentätigkeit war in den letzten beiden Monaten auch ziemlich erhöht: es gab viele mittel-schwere Erdbeben entlang der Küste bis hinunter nach Südamerika (oft täglich) … und hier am Wasser ist das doch sehr deutlich zu spüren. Das Lebensgefühl ist dann ungefähr so, als wäre man ständig auf einem schwankenden Schiff (unstabil, dauernd in Bewegung und in Spannung).

Für mich ging vor zwei Wochen auch die Zeit im grossen Blockhaus und damit die Eichhörnchen-Fütter-Zeit zu Ende. Witzigerweise habe ich dann zehn Tage lang in einer Gegend gewohnt, die Squirrel-Cove (Eichhörnchen-Bucht) heisst. Und jetzt bin ich wieder zurück in dem Haus, in dem ich die ersten beiden Monate gewohnt habe. Und es ist auch wieder das gewohnte Wetter: Sturm und Sturm und …

        

Ein Erlebnis ganz besonderer Art ist es hier, wenn man zum Zahnarzt geht. Er befindet sich nämlich in einem Floathouse, das heisst seine Klinkik schwimmt auf dem Wasser. Wenn man nach der Behandlung aufsteht, kann es sein, dass man für kurze Zeit die Orientierung ein wenig verliert, weil alles so schaukelt.

     

Auch der Weg zum Zahnarzt ist recht malerisch. Er führt durch den kleinen Ort Whaletown im nördlichen Teil der Insel, vorbei an einer kleinen Kirche, an der Bibliothek (in türkis-blau) und an der Post.

     

Kulturell tut sich auch immer viel hier, wobei ich sagen muss, dass ich nur ganz wenig davon auch mitbekomme. Anfang März gab es heuer wieder ein Schulspiel der Privatschule "Linnea" mit Geschichten aus Afrika ("African Tales"). Die Kinder waren wirklich grossartig in dieser mehr als zwei-stündigen Aufführung aus Musik, Tanz und Theater. Masken und Bühnenbild wurden von den Eltern gemeinsam mit Profis gemacht. Alle, die daran beteiligt sind, arbeiteten daran fast sechs Wochen durchgehend.

        
        
        

Eine Woche später wurde dann die Erotica 2007 eröffnet, die ausschliesslich von Künstlern der Insel gestaltet wird. Es gab dazu den Eröffnungsabend mit Tanz, Improvisationen und einem netten Buffet.

           

Und wie geht’s nun bei mir weiter: Ich habe die Produktion von Büchern und DVD auf Englisch nun abgeschlossen, und am Freitag, 13.April  ist es soweit, da gibt es dann das sogenannte "Book Signing" – und so wie es aussieht, wird es ein grosses Fest.

Es war wirklich eine unglaubliche Zeit, denn neben all meiner normalen Arbeit, sind doch zwei Bücher und ein Film mit englischen Untertiteln in den letzen paar Monaten fertig geworden. Bücher oder Filme zu übersetzen und sie dann in dieser Art von Selbst-Verlagen herauszubringen ist, als würde ich die Bücher neu schreiben. Und noch viel mehr: denn da gibt es keine Editoren, die das Buch und die Übersetzung durchschauen, auch keinen Verlag, der das Buch druckreif macht …  und da ist wirklich dann jedes Bild, sowie jeder Punkt und jedes Komma handgesetzt, das ganze Layout handmacht.

Und ohne meinen grossartigen Techniker,Grafiker, usw. – meinem Cousin Alexander Rafanovic in Wien, wäre das alles nie möglich gewesen. Auch meine Übersetzerin Heidi Kerschl in England war und ist grossartig. Wir haben an der Übersetzung für das Maya-Buch beinahe ein Jahr lang gearbeitet. Aber schaut doch selbst einmal nach, was dabei herausgekommen ist:

Datei mit den Umschlägen (pdf)

Webseite bei einem Verlag (Trafford)

Und ich glaube, ich sollte heuer auch einmal wirklich feiern. Es ist nun 10 Jahre her, dass ich in die Maya-Länder gefahren bin, und was dabei herausgekommen ist, ist eigentlich ziemlich erstaunlich:

 

Alleine die Publikationen im letzten Jahr sind eine ganze Menge:

 

Mit diesem 10-Jahr-Jubiläum "Maya-Projekt" und dem Erscheinen des 4.Buches schliesse ich dieses Projekt dann ab!

Ich bin jetzt noch vier Wochen hier auf Cortes Island, dann noch ein paar Tage in Vancouver – vielleicht mit einem weiteren Book Signing – und dann geht es wieder zurück nach Österreich. Davor gibt es dann aber noch einen weiteren Bericht.

Ich hoffe, dass auch der späte Winter bei euch bald vorüber sein wird … und dass dann – hier wie dort – Sommer und Sonne durchkommen.

Liebe Grüsse sendet euch

Magda

 

 

Filme:

 

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5. Bericht aus Canada

 

… und zugleich letzter Bericht, denn in wenigen Tagen bin ich wieder auf Reisen. Aus diesem Grund werde ich auch kaum mehr emails beantworten können,  sorry. Die letzten Wochen waren so arbeitsreich, dass sie selbst den extrem mit Arbeit gefüllten Winter noch bei weitem übertroffen haben. Und jetzt bin ich eigentlich ziemlich müde.

Ich sollte öfter Berichte schreiben und über das Schlechtwetter jammern, habe ich mir beim letzten Mal gedacht  … denn gleich danach hatten wir zwei schöne Tage. Aber: das war's dann auch schon! Seither haben wir wieder oft das Gefühl von Winter. Es regnet, schüttet, schneit, hagelt, stürmt … und es ist grossteils sehr kalt. Alle paar Stunden werden dann die Wettervorhersagen geändert und oft ins Gegenteil verkehrt. Ostern war das Wochenende mit sintflutartigen Regenfällen, Kälte und Stürmen.

     
Natur-Impressionen

Trotzdem aber ist irgendwie auch hier der Frühling eingekehrt: Das Grün an den Bäumen wird täglich intensiver, und vor allem die Tierwelt – insbesondere die Vogelwelt – ist noch viel lebendiger geworden, weil viele von ihnen jetzt zurückkehren oder aus dem Winterschlaf erwachen: Da ist zum Beispiel der winzige Kolibri mit seinem neonroten Bauch und Hals; die Geier, die plötzlich wieder die Landschaft dominieren, usw. Auch ist für viele Tiere gerade Paarungszeit, z.B. für die Raben, die geradezu erstaunliche Geräusche hervorbringen.


Der seltene Blau-Reiher

Mitte März gab es hier – ganz ungewohnt – eine sogenannte "Red Tide" (Rote Strömung). Normalerweise gibt es sie nur im Sommer. Da wird die Küste hier von einer Art Algenteppich überzogen, und die Austern und Muscheln sind dadurch extrem giftig, das heisst für den Menschen absolut tödlich. Für die Tiere selbst ist es kein Problem. Es gibt dann aber überall Warnungen.


Rauchzeichen? Diese sind plötzlich am Himmel aufgetaucht.
Sie dürften von einer Art Kunstflug-Show stammen ...

Eines Nachts war ich kurz draussen (lange bleibt man hier nicht im Freien in der Nacht, da die Pumas überall anzutreffen sind), und da flatterte etwas vor mir vorbei. Ich habe nur ein leises Rauschen gehört. Als ich dann die Taschenlampe in diese Richtung gelenkt habe, sass auf dem Baum vor mir eine riesige Eule (eine sogenannte Barned Owl). Sie hat mich einfach angeschaut, lange Zeit, ohne wegzufliegen.


Endlich, nach einer Wartezeit von einem halben Jahr:
echt österreichischer Apfelstrudel

Vor drei Wochen habe ich bei einer Freundin eines meiner neuen Bücher vorbeigebracht, bevor sie am nächsten Tag nach Peru abflog. Beim Verabschieden meinte sie mit einem leidenden Ton in der Stimme, dass sie leider niemanden gefunden hat, der auf ihre Katze aufpassen würde. Und ich – weiches Herz das ich habe – konnte mir nicht vorstellen, eine Katze 3 Wochen alleine in einem kalten Haus zu wissen. So habe ich sie am nächsten Tag abgeholt, und seither ist sie bei mir und geniesst die Zeit. "Petra" ist manchmal wie ein sanftes Hauskätzchen, dann aber wieder kommt der "schwarze Puma" in ihr durch, und sie schaut mich mit funkelnden Augen an, wenn ich mich meiner Arbeit und nicht immer ihr widme. Und was das Futter anbelangt, so ist sie wie die Katze "Duchesse" im Zeichentrickfilm "Aristocats". Da steht sie einen Meter weit von ihrer Schüssel entfernt und schüttelt sich vor Abscheu über das servierte Essen. Nach zwanzig Mal war's mir dann genug, und ich habe sie ein bisschen näher an die Schüssel herangeschoben … bis sie gemerkt hat, dass das, was da drinnen ist, eigentlich gar nicht so schlecht ist.


Petra - Hauskatze oder schwarzer Panther?

Seit drei Wochen habe ich auch ein Auto, das wie ein Wunder gerade zur rechten Zeit gekommen ist … denn seither geht es mehr als rund. Da waren die vielen Vorbereitungen für die Buchpräsentation am 13.April.


Ankündigung der Buchpräsentation

Und dann kam dieser Freitag, der 13. – und es war, als würde die Hölle losbrechen. Es ist alles gekommen, was es normalerweise nicht gibt oder geben darf, angefangen von einem plötzlichen Wintersturm, wie es ihn sonst im Frühling hier nie gibt. Und er dauert von Mitternacht bis Mitternacht. Viele konnten dann zum Fest am Abend nicht kommen, weil sie keine Fähre hatten oder der Sturm zu gefährlich war. Auch die Gefahr des Stromausfalls war ständig da … Aber es hat stattgefunden und war für die die kommen konnten, ein schönes Erlebnis.

Mehr dazu ist auf den folgenden Webseiten zu finden:

Book Signing (Pre-amble)

Book Signing (Event)

In wenigen Tagen bin ich Richtung Vancouver unterwegs. Aber auch da wird es  nicht ruhig, denn auch da wird es noch eine Buchpräsentation geben.

Wenn ich zurück bin in Österreich, dann werde ich weiterhin ausschliesslich per email erreichbar sein, denn dort wo ich wohne funktioniert das Handy nicht. Zudem kann auch nicht lange am Handy telefonieren, es strahlt mir viel zu stark am Ohr. Auch ist es mir wichtig, dass ich meine Zeit nutze für die Arbeit, die ich zu tun habe, und das ist momentan mehr als genug.

 

Liebe Grüsse aus dem noch fast winterlichen Canada sendet euch

Magda

 

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